Und, und, und…!

Liebster Blog,

ein strahlender Sonnentag heute! Endlich mal wieder. UND wir kriegen heute hoffentlich endlich unser neues Bett. Seit wir im Dezember das Schlafzimmer renoviert haben schlafen wir nämlich am Boden auf der Matratze… Und was soll ich sagen? Wir sind eindeutig zu alt für den Scheiß… <.< UND außerdem haben wir jetzt endlich alle Unterlagen zusammen für die Hochzeit! UND in der Arbeit läufts wieder 🙂

Hatte mal wieder ganz umsonst Angst am Sonntag.. Chefin ist plötzlich freundlich und nett UND sie spricht sogar mit mir. UND meine Kassenschulung habe ich auch bekommen am Montag. Endlich. Was so ein Gespräch mit dem Chef nicht alles bewirken kann…

Jetzt muss ich nur noch das mit der Fahrschule klären. Und dann kann ich mich vollends in die Hochzeitsvorbereitungen stürzen. Restaurant buchen, klären ob das mit der Deko inklusive oder exklusive stattfindet, Schmuck besorgen, Blumen besorgen, Friseuse engagieren, Make-up-Test-Schminken mit meiner Schwester. Der muss ich dann nochmal in den Hintern treten dass sie mein Kleid endlich mal anfängt zu nähen. Hach, noch so viel zu tun. Aber heute bin ich positiv und freu mich drauf! Ich hoffe, dass wir im Mai noch einen Termin kriegen.. Wobei der Wonnemonat wahrscheinlich schon ausgebucht sein wird. Wenn nicht wirds wohl April werden – Ende April.

Today is a beautiful day.

Ich wünsch Euch von <3en alles Liebe!

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Befreiungsschlag

Liebster Blog,

long time no see… Ich hatte die letzten Wochen Schwierigkeiten, die Balance, von der ich letztes Mal schrieb, zu finden. Bleibe ich im Hier und Jetzt oder vertiefe ich mich im Schreiben in meine Gedanken, Sorgen und Nöte? Ich hatte Angst, wenn ich hier zu viel schreibe, steigere ich mich wieder rein. Ob das übliche Runterschlucken die richtige Taktik ist, sei mal dahin gestellt. Ich glaube, es wird noch ein Weilchen dauern, bis ich für mich die richtige „Dosis“ an grübeln oder mich in der realen Welt mitteilen gefunden habe…

Es ist viel passiert in letzter Zeit. Die Arbeit war stressig und nicht zufrieden stellend. Ich bin nun 2 Mal durch meine Führerscheinprüfung gerasselt und mein Fahrlehrer bringt mich immernoch zur Verzweiflung. Außerdem Alpträume aller Art.

Am Freitag war es nun doch endlich so weit: Ich habe einen regelrechten Rundumschlag gemacht. Es ging mit der Arbeit morgens los, wo ich mich wieder einmal aufgeregt habe, dass meine direkte Vorgesetzte sich weigert, mit mir zu sprechen. Weder gibt sie mir Anweisungen, noch hält sie sich selbst an welche von Frau Oberwichtig. Absprachen? Fehlanzeige. Ich werde weiterhin einfach immer ins kalte Wasser geschmissen, stehe alleine da, muss Kunden wegschicken weil man mir nichts beibringt. Ich habe es wirklich versucht. Aber irgendwann reicht es einfach auch mir, und ich spiele schon mit dem Gedanken, mich doch nochmal anderweitig umzuhören.

Schließlich war meine Lieblingskollegin da, die die Einzige zu sein scheint, die sich für meine Probleme dort interessiert. Nachdem ich mich per Whatsapp mit der Chefin angelegt habe, redete sie auf mich ein. Sie wolle nicht, dass ich gehe, und sie hat mir in den letzten Wochen auch so einiges an Hintergrundwissen über die Chefin zukommen lassen. Ich sei nicht die Erste, die wegen ihr überlegt zu kündigen, ich wäre nicht die Erste, die sie rausekelt einfach nur aufgrund von Unsympathie. Es wäre einfach ihr Ding, sich selbst gut dazustellen vor der Chefetage und sich aber selbst nicht um ihre Mitarbeiter zu kümmern. Schließlich, nachdem es am Dienstag sogar eine Mitarbeiterversammlung gab, bei der es um erhebliche Verluste im Blumenshop ging, war ich so weit. Ich ging zum Filialleiter. Dem erzählte ich von meinen Problemen, dass ich überlege, wieder zu kündigen und dass ich mir wünschen würde, ein wenig mehr eingebunden zu werden und Wertschätzung zu erfahren. Er war sehr verständnisvoll und versprach, sich um die vielen Baustellen zu kümmern und selbst mit der Chefin zu sprechen.

Heute bin ich das erste Mal nachmittags allein im Shop. Vor mir hat die Chefin Dienst, und ich habe vor, ein wenig früher zu kommen um ihr und mir die Chance zu geben, doch noch einmal miteinander zu sprechen. Nach allem, was ich gehört habe, gehe ich allerdings davon aus, dass mein Einsatz eher das Gegenteil bewirkt hat und sie jetzt erst recht nicht mehr mit mir redet und mich wahrscheinlich rausekeln wird. Mir graut, und ich habe echt Angst. So plötzlich, wie der Mut da war, so plötzlich hat er sich auch schon wieder verabschiedet…

Aber ich schaff das schon. Ich bin erwachsen, verdammt noch mal! Und ich muss mir nicht alles gefallen lassen. Und ich habe nichts Falsches getan, ich bin nur für mich und mein Recht eingetreten und darauf sollte ich stolz sein.

Tja, und nach diesem Katastrophenarbeitstag hatte ich direkt im Anschluss nochmal Führerscheinprüfung. Perfektes Timing. Alles lief gut, bis ich einen verheerenden Leichtsinnsfehler machte, der nur zu Stande kam, weil ich vorher schon so aufgewühlt war. Mein Fahrlehrer hatte natürlich, wie beim letzten Mal auch, nichts besseres zu tun als mich noch mehr nieder zu machen und mich anzuschreien.

Ich kam nach Hause, und wusste nicht ob ich lachen, weinen oder schreien sollte. Schließlich brach es tatsächlich alles aus mir heraus, und ich entschied mich für Schreien. Ich lasse mich jetzt nicht mehr niedermachen! Weder in der Arbeit noch – und schon gar nicht – in so einer dämlichen Fahrschule! Schließlich sind die nichts anderes als simple Dienstleister, und es ist auch hier mein Recht, zu verlangen, anständig behandelt zu werden. Schluss jetzt mich durchhalten, Schluss jetzt mit Ducken! Ich werde verlangen, dass ich einen anderen Fahrlehrer gekomme. Und wenn das bei der aktuellen Fahrschule nicht möglich ist, dann wechsle ich eben. Ich mag nicht mehr. Ich habs nicht nötig, mich nur anschreien und annörgeln und beleidigen zu lassen. ES REICHT.

Tja, und jetzt sitz ich hier und hadere ein wenig mit mir. Es ist halt einfacher, sich zu ducken. Aber ich schaff das schon. Das wird nun mein Mantra. Ich schaff das. Ich schaff das. Ich schaffe das.

Zurück aus dem Nichts

Liebster Blog,

ich bin wieder da. Hab mich rausgekämpft aus der Dunkelheit. Mal wieder. Und ich weiß jetzt, was los ist.

Erstmal habe ich einen Fehler gemacht, den ich schon so oft gemacht habe. Ich habe mich erschlagen lassen von der schwarzen Frau und bin taub geworden.

Ich hab mich zurückgezogen, ganz tief in mich hinein und wollte nichtmal den Verlobten teilhaben lassen. Weil ich mal wieder dachte, ich sei allein. Ich wollte ihn nicht belasten. Hab wieder mal alles geglaubt, was sie mir eingeflüstert hat. Dass alles schlecht ist. Das ICH schlecht bin. Dass ich weglaufen muss vor der Realität und in der Dunkelheit leben. Habe wieder angefangen, alles anzuzweifeln. Geglaubt, dass nichts Gutes da ist in meinem Leben. Dass ich meine Beziehung beenden muss, um in ihrem Sumpf zu versinken.

Es hat gedauert und natürlich gab es Konflikte, aber jetzt weiß ich, dass ich mal wieder nicht ich selbst war. Ich muss die Balance finden. Die Balance, zwischen dir, liebster Blog, wo ich mit meinen Gedanken und Gefühlen allein bin, und der realen Welt, den realen Menschen, die da sind, die für mich da sind und sich um mich sorgen. Der Verlobte wusste nicht, was mit mir los ist und hat mich in seiner Verzweiflung bedrängt, was natürlich wieder das Gegenteil von dem bewirkt hat, was er eigentlich wollte. Und ich hab mich wieder von den dunklen Gedanken vereinahmen lassen, und gedacht, ich komme alleine klar.

Aber wir haben dann doch endlich geredet, bzw ICH habe geredet. Ich habe ihm gesagt, was mich belastet: Dass ich nicht weinen kann. Dass ich Angst um unsere Beziehung habe, weil ich nicht in der Lage war, irgendwas zu fühlen. Dass ich mir doch so unbedingt ein Baby wünsche. Es hat natürlich gut getan, und endlich den Knoten gelöst. Ich weiß jetzt, dass er immer für mich da ist und ich meine Gedanken jederzeit mit ihm teilen kann und er weiß, dass er mich manchmal einfach schütteln muss und mich zwingen, zu sagen was los ist.

Sowas ist mir schon öfter passiert. Dass ich mitten in der Therapie beschlossen habe, ich bräuchte jetzt keine mehr. Ich käme allein klar. Aber das war und ist stets eine Lüge vor mir selbst, und ich merke es nicht einmal. Es ist schwer, sich zu befreien, wenn sie dich erstmal in ihren Krallen hat. Vor allem passiert mir das, wenn ich zu lange keinen Kontakt zu anderen Betroffenen habe. Ich fange dann an, zu verdrängen, dass ich nicht „normal“ bin. Messe mich an Maßstäben anderer, gesunder Menschen und vergesse dann dass die für mich selbst einfach viel zu hoch sind. Und dann will ich nur noch weg, weg, von allem und jedem und lasse keinen mehr an mich ran.

Jetzt heißt es also, die Balance finden, zwischen dem Teilen meiner Gedanken mit mir selbst und mit den Menschen, die mich lieben und mich tagtäglich umgeben.

Zusätzlich ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen, dass ich tatsächlich den allwinterlichen Vitamin-D-Mangel habe. Das erklärt zum einen meine Kreislaufprobleme, meine ständige, bleiernde Müdigkeit, die Schlafstörungen. Und zum anderen natürlich, wie es passieren konnte, dass ich wieder so tief im Sumpf versunken bin. Ich nehme jetzt erstmal zwei Wochen lang Tabletten, und hoffe, dass es dann mit der Zeit wieder besser wird.

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Außerdem habe ich nächste Woche endlich meine praktische Führerscheinprüfung. Ich bin jetzt 3 Wochen nicht gefahren, und dennoch lief es das letzte Mal echt gut. Ich fühle mich sicher, habe keine Angst mehr. Ja, ich bin immernoch vorsichtig, aber das wird sich so schnell nicht ändern, dass habe ich meinem Fahrlehrer auch gesagt. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Vorsicht und Ängstlichkeit. Ich geh das jetzt an, und ich habe ein gutes Gefühl dabei. Und ich freue mich richtig darauf, dann ein großes Stück Bewegungsfreiheit zu gewinnen und spontan fahren zu können, wohin ich will, ohne auf irgendjemanden angewiesen zu sein.

Vielleicht setze ich dann ja auch endlich meine Vorsätze um, wieder mit Yoga anzufangen. Oder Schwimmen zu gehen. Aber: Ich muss aufpassen, dass ich mir nicht gleich wieder zu viel aufhalse. Langsam wieder ins normale Leben zurückfinden.

Heute Abend feiert ein Freund vom Verlobten die Geburt seiner Zwillinge. Ich habe mich entschuldigt. Ich halte mich in nächster Zeit lieber fern von derlei Veranstaltungen. Das deprimiert mich zu sehr und baut noch zusätzlichen Druck auf. Der Verlobte tut sich zwar schwer, das nachzuvollziehen, aber er hat in der Hinsicht einfach eine dickere Haut. Ich bin schon jedes Mal traurig und wehmütig, wenn ich im Laden junge Mütter mit ihren Babys sehe. Da muss ich mir das wirklich nicht auch noch antun.

Zusammenfassend: Ich bin wieder da. Ich lebe. Ich fühle langsam wieder etwas in meinem tauben Herz. Und vielleicht, ganz vielleicht, kann ich auch bald wieder weinen.


Stillstand

https://youtu.be/VNhiy8G-6Xw


Liebster Blog,

ich habs doch getan. Obwohl ich wusste, dass es eigentlich sinnfrei ist. Ich habe mich gestern morgen bei der Arbeit krank gemeldet für diese Woche. Der Verlobte weiß nichts davon. Ich bin mir wie immer nicht sicher, ob das klug war. Ich hatte nur das Bedürfnis, allein zu sein. Und zu schlafen. Ich habe mal eine Dokumentation über eine Depressive gesehen, und die sagte auch, dass sie manchmal einfach von der Bildfläche verschwinden muss. Um allein zu sein. Seitdem frage ich mich, ob das bei allen so ist.

Ich kann das nicht erklären, zumindest nicht logisch. Und ich habe immer ein schlechtes Gewissen. Zum einen der Außenwelt gegenüber, zum anderen vor mir selbst. Eigentlich weiß ich, dass mir das meistens nicht gut tut. Und dass es auch Anderen schadet, wenn ich Termine einfach absage. Aber manchmal ist das Bedürfnis einfach da, allein zu sein. In einer Traumwelt zu versinken, nicht denken und nicht handeln zu müssen. Das sind dann immer diese verlorenen Tage. Von denen ich in meinem Leben schon so viele angesammelt habe. Wo ich einfach für mich sein kann, mich ablenken, gar nichts denken und gar nichts fühlen.

Und dann frage ich mich, ob das okay ist oder nicht? Es gibt Tage, da kann ich einfach nicht. Tage, an denen nur das Aus-dem-Bett-Aufstehen schon eine solche Qual ist, dass sonst gar nichts mehr geht. Dann gibt es solche wie gestern, wo es mir eigentlich gar nicht soooo schlecht geht, wo ich mich einfach nur vor mir selbst und der Außenwelt verstecke. Wo die Gleichgültigkeit überwiegt. Da ist es mir egal, ob ich auf der Arbeit Schwierigkeiten verursache. Da ist es mir egal, ob ich Termine sausen lasse. Und es ist mir egal, wie lange ich im Bett bleibe, was ich träume und wie ich den Tag verbringe. Erst wenn dann jemand kommt, mit dem ich reden muss, merke ich, dass es mir eigentlich scheiße geht. Und dann kommt ,immer wieder die Frage: Ist das okay?

Oder ist das egoistisch? Sollte ich ein schlechtes Gewissen haben? Gehört das zur Krankheit oder ist es einfach nur eine Art Faulheit? Ich weiß es einfach nicht. Gestern Abend konnte ich natürlich nicht schlafen – ich habe den Tag mit Hörbuch hören und Zeichnen verbracht und bis 10:30 Uhr geschlafen – und hatte dann solche Rücken-, Hand- und Schulterschmerzen dass ich nicht liegen konnte. Ich habe dann eine Muskelrelaxertablette gefunden, und ohne groß nachzudenken, genommen. Denn es war mir egal. 

Mir ist bewusst, dass das gefährliche Momente sind. Ich beobachte mich dann sehr genau, und wenn diese Gleichgültigkeit länger andauert, ist es Zeit, etwas zu unternehmen. Manchmal überkommt mich dann nämlich die Lust, einfach alle Medikamente die ich finden kann, zu schlucken. Oder mir nur zum Spaß den Arm aufzuschneiden. Aber das bin dann nicht ich. 

Heute habe ich wieder vom Ex geträumt. Und ich habe es tatsächlich genossen. Auch das ist mir im Moment egal, obwohl sich schon eine kleine Stimme des schlechten Gewissens rührt.

Eigentlich wollte ich noch mehr schreiben, etwas Reales. Aber grade ist mein Kopf wie leer gefegt. Und das ist okay so.?!

Alles Liebe,

das Schatten-Ich

Beziehungen & Alltägliches

Liebster Blog,

wie (fast) immer, wenn man jammert, löste sich gestern einiges in Wohlgefallen auf. Ich hatte ja geschrieben, dass mich in meiner Beziehung ein paar Dinge stören und dass ich dem Verlobten vom Blog erzählt habe..

Auf seine grummelige Art hat ihm das wohl zu denken gegeben. Er fragte mich plötzlich, ob mir schon mal der Gedanke gekommen sei, mich zu trennen. Ich war ehrlich, und sagte ihm ja, ich hätte schon manchmal darüber nachgedacht. Weil es mich eben stört, dass wir so wenig Freizeit als Paar haben, bzw, dass wir sie, wenn, nicht genießen sondern mit Arbeiten verbringen.

Er grummelte, und 3 Stunden später hatte er plötzlich eine 3-tägige Reise rausgesucht 😀 Bisher hatte er sich immer geweigert, mal irgendwohin zu fahren weil „das für ihn mehr Stress als zu Hause ist“. Ich hatte ihm geantwortet, dass er doch gar nicht wissen könne, wie es MIT MIR ist, wegzufahren. Seine letzten Erlebnisse hatte er in einer früheren Beziehung. Und außerdem kommt man, wenn man einfach mal woanders ist, auch nicht in Versuchung, noch irgendwas im Haus zu werkeln.

Also haben wir uns dann gestern gemeinsam einen kleinen Wochenendtrip nach Thürigen über Ostern ausgesucht. Dort gibt es eine tolle Burg zu besichtigen, das Hotel ist nicht zu teuer, und wir wären einfach mal weg von allem. Es muss ja nicht gleich der 3-Wöchige Südseetrip sein. Erstmal klein anfangen.

Solche Dinge zeigen mir dann doch immer wieder, dass er sich insgeheim auch seine Gedanken macht, und doch mehr von meinen Gedanken und Stimmungen mitbekommt, als ich ahne. Und vor allem, dass ihm unsere Beziehung wichtig ist und er bereit ist, daran zu arbeiten. Dass er genauso viel Angst hat, mich zu verlieren wie ich ihn.

Dennoch war der Tag gestern anstrengend, so anstrengend, dass ich dann doch mal wieder eine Fahrstunde abgesagt habe. Den Vormittag habe ich nur mit rumtelefonieren verbracht: Rentenversicherung, Krankenversicherung und das Schlimmste: Vodafone.

Eigentlich will ich doch nur einen neuen HD-Receiver mit Recorderfunktion. Aber nein, das geht nicht so einfach, da verbringt man erst mal Stunden im Gespräch mit irgendwelchen blöden Computerstimmen, bevor man dann von Pontius zu Pilatus weiterverbunden wird, um dann doch wieder in der falschen Abteilung zu landen. Insgesamt habe ich 4 (!) verschiedene Servicenummern abtelefoniert, um dann doch zu keinem sinnvollen Ergebnis zu kommen. Wir waren dann sogar noch im Vodafoneshop, wo sie uns aber auch nicht weiterhelfen konnten.

Außerdem fing der Verlobte an, mich zu bedrängen und Vorwürfe zu machen. Ich sei in letzter Zeit so abweisend und gleichgültig, und irgendwas müsse doch vorgefallen sein, dass ich mich so zurückziehe. Ob ich denn immernoch so oft an meinen Ex dächte?

Das Einzige, was ich ihm dazu sagen konnte war, dass ich mit seinen Zornausbrüchen nicht klarkomme und mir die schon erwähnten Sorgen wegen unserer Freizeit mache. Die Träume vom Ex ließ ich unerwähnt. Das hätte ihn nur wieder zusätzlich aufgeregt und er hätte sich wieder in irgendein Eifersuchts-Hirngespinst hinein gesteigert.

Es war schon richtig dargestellt bei How I met your Mother: Ab 30 trägt jeder seinen Koffer aus vorherigen Beziehungen mit. Bei mir ist es die ständige Angst, verlassen und ignoriert zu werden, etwas falsch zu machen. Bei ihm ist es die Eifersucht, Angst, betrogen zu werden. Wir sind einfach immer noch dabei, uns auf den Anderen einzustellen. Was ja auch in Ordnung ist. Und nach 2 Jahren Beziehung ist halt einfach nunmal die rosa Brille weg, und man muss anfangen, aktiv zu arbeiten. Und ich bin unheimlich froh, dass er auch dazu bereit ist.

Jedenfalls hat mich das gestern alles so erschöpft, dass ich mich einfach nicht in der Lage fühlte, mich aufs Fahren zu konzentrieren. Und es war auch gut so, es gab mir die Zeit, in Ruhe abzukühlen und mich wieder an den Verlobten anzunähern. Im Bett hielten wir uns dann aneinander fest, und wir wussten auch ohne Worte, dass wir uns gegenseitig auf keinen Fall verlieren wollen. Und dass wir das schon schaffen.

Heute habe ich das mit dem blöden Vodafone auch endlich geklärt, worüber ich auch froh bin. Wir müssen nur unseren auslaufenden Vertrag pünktlich kündigen und dann wird alles auf den neuesten Stand gebracht – die alten Verträge liefen noch über Kabel Deutschland. Gut, dass ich mich darum mal gekümmert habe. Das ist nämlich nicht so sein Ding.

Jetzt werde ich noch einen Brief an die Rentenversicherung aufsetzen und weiteren Bürokram erledigen. Und dann versuchen, den restlichen Tag ein wenig zu entspannen.

Ich merke schon wieder erste Deprianzeichen – ich komme momentan wieder nur schwer aus dem Bett morgens und ich spüre den Impuls, mich auf der Arbeit krank zu melden. Aber das geht nicht. Ich weiß genau, dass es mir nicht gut tun würde, die ganze Woche im Bett zu verbringen. Zähne zusammenbeißen. Und wenigstens ist mit dem Verlobten jetzt alles wieder gut, zumindest vorläufig.

Jetzt kann ich aber wenigstens wieder regelmäßiger Schreiben, vielleicht hilft das ja auch.

Bis Bald und alles Liebe,

shadow

Zweifel reloaded

Liebster Blog,

es wird allerhöchste Zeit für mich, meinen Kopf mal wieder richtig zu entleeren. Der Verlobte hatte die letzten 2 Wochen frei, deshalb waren die Einträge in letzter Zeit etwas spärlich gesäht. Bisher hatte ich ihm nichts vom Blog erzählt, aus Angst, er könnte ihn lesen. Ich teile hier alle meine innersten Gedanken, Ängste und Zweifel, und ich möchte nicht, dass er mitliest. Nachdem er aber heute eine Verabredung abgesagt hat, blieb mir nichts anderes übrig, als es ihm zu erzählen. Ich hoffe, er versucht jetzt nicht heimlich, ihn zu finden. Aber ich habe das Gefühl, mein Kopf platzt gleich, weshalb dieser Eintrag wohl entsprechend lang wird.

Zuerst einmal: Ich bin natürlich nicht schwanger. Freitag bekam ich dann doch noch meine Tage. Und wieder war die Enttäuschung groß. Wir waren dann beim Einkaufen, und der leere Kindersitz des Einkaufswagen klappte mir vorwurfsvoll und höhnisch entgegen. Wieder einmal konnte ich nicht weinen, und ich traute mich auch nicht, mit dem Verlobten offen über meine Enttäuschung zu sprechen. Er hat ja Recht, ich sollte aufhören, mir so einen Druck zu machen. Aber irgendwie kann ich nicht anders. Und er sagt mir auch immer wieder, dass die Enttäuschung dann immer größer wird, wenn ich nicht aufhöre, ständig darüber nachzudenken.

Aber ich sehe überall Babys, und ich bin so neidisch und sehnsüchtig. Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, dass ich mich von meinem Job verabschieden musste. Der einzige Gedanke, der diesen Abschied erträglich machte, war die Aussicht auf ein eigenes kleines Baby.

Das Positive ist, dass sich mein Zyklus jetzt scheinbar eingespielt hat und mein Körper endlich mit der Hormonumstellung klarzukommen scheint. Ich habe viel weniger Pickel, die Blutung ist weniger stark und ich habe kaum noch PMS. Was wahrscheinlich auch so große Hoffnungen in mir geweckt hat, da ich das nicht gewohnt bin. Sonst fiel ich immer einmal im Monat ins totale Depriloch, bevor ich meine Tage bekam. Diesmal nicht. Auch sonst hatte ich – bis auf das Frieren und den Kreislauf – kaum Beschwerden. Also, vielleicht hat er diese Zeit einfach gebraucht. Vielleicht musste er erstmal mit sich selber klar kommen, bevor er bereit war, „jemanden einzulassen“.

Desweiteren muss ich einfach aufhören, jetzt schon wieder alles zu zerdenken. Einfach normal weiter leben, so, als würde ich auf nichts warten. Normale Klamotten kaufen, weiter arbeiten und auf mich achten. Aber nicht zu sehr, damit ich nicht wieder aus jeder Mücke einen Elefanten mache.. Klingt einfach. Ist es aber ganz und gar nicht. Aber einen Versuch ist es wert.

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Die üblichen Zweifel sind auch plötzlich wieder da. Die Zeit, die der Verlobte jetzt zu Hause war, haben sie ausgelöst. Ich frage mich immernoch manchmal insgeheim, ob er der Richtige ist. Die meiste Zeit sind wir ganz gut miteinander klargekommen, aber es gab schon immer wieder überflüssige Konflikte. Und dann hatte ich heute natürlich wieder einen Traum vom Ex.

Einerseits liegt es an seinem Wesen. Er ist ein Schütze, d. h. er ist oft aufbrausend, und flippt wegen Kleinigkeiten aus. So schnell, wie der Zorn kam, ist er dann zwar auch meistens wieder vorbei, aber er braucht seine Zeit um wieder runterzukommen. Im Grunde seines Herzens ist er treu, liebevoll und auch sensibel. Doch nach außen hin kann er schon oft ein ganz schöner Arsch sein, weil er einfach sehr oft unbedacht handelt. Er redet nicht gern über seine Gefühle oder Gedanken – meistens gar nicht. Und je mehr man ihn bedrängt, desto mehr macht er dicht.

Dann kommt noch dazu, dass er nicht bereit ist, sich selbst zu reflektieren. Was bei mir dank vieler Jahre Therapie allerdings schon in Fleisch und Blut übergegangen ist.

UND er ist ein Workaholic. Er tut sich wahnsinnig schwer, mal Ruhe zu geben und zu entspannen. Deshalb haben wir auch wieder fast den ganzen Urlaub damit zugebracht, im Haus zu renovieren. Im oberen Stockwerk wurden die Böden im Schlafzimmer und Flur erneuert. Außerdem neu gestrichen. Das beinhaltete einige Baumarktbesuche – ich habe schon gesagt, wir verbringen die Urlaube zur Hälfte im Baumarkt. -.-

Wenn mal nichts zu tun war, bzw. er ausgebremst wurde von Feiertagen, war er unruhig und unzufrieden. Er weiß einfach nichts mit sich anzufangen, wenn er nicht arbeitet. Und darunter habe dann ich zu leiden. Schöne gemeinsame Aktivitäten als Paar? Fehlanzeige. Zeitverschwendung. Zu teuer. Wir haben doch was besseres zu tun. Ich bin „faul und komme nicht in die Puschen“. Ich glaube, oft ist es auch der Neid zu sehen, dass ich mich auch ohne Arbeit beschäftigen und auslasten kann. Und gleichzeitig Unverständnis, dass ich einfach erschöpft bin, wenn ich gearbeitet habe. ER ist ja NIE erschöpft und bei dem bisschen was ich arbeite, erst recht nicht.

Es ist einfach anstrengend. Deshalb bin ich froh, wenn der Alltag ab morgen wieder los geht. Gleichzeitig kommen wieder die Zweifel.

Muss das denn so sein? Sollte es so sein? Aus früheren Beziehungen weiß ich: Nein. Es muss nicht so sein. Und manchmal frage ich mich auch, ob das auf Dauer gut ist. Ist es gut, wenn man sich nur versteht wenn man sich wenig sieht? Wenn der Alltag zwar funktioniert, aber man in der Freizeit nicht miteinander klarkommt?

Aber was für andere Optionen habe ich? Nüchtern gesehen, keine. Ich werde im März 30. Ich will ein Kind, ich will heiraten, in einem Haus wohnen und mich um Mann und Familie kümmern. Andere Leute haben so eine Ehe ihr ganzes Leben lang geführt. Meine Mutter hat uns quasi auch allein großgezogen, denn mein Vater war ein noch schlimmeres Arbeitstier als der Verlobte. Und sie hat es geschafft. Und es ist was aus uns geworden. Und er hat ja auch gute Seiten. Wir haben es ja auch schön miteinander. Ich will jedenfalls jetzt nicht wieder alles hinschmeißen und von vorne anfangen.

Und doch: Ich vermisse etwas. Ich vermisse dieses Gefühl, diese zärtliche Liebe, dieses Herzhüpfen, jedes Mal, wenn ich den Partner sehe. Das Gefühl, den anderen jeden Tag mehr zu lieben. Das alles hatte ich beim Ex. Das sichere Gefühl, wir könnten ALLES miteinander durchstehen. Einfach, weil die Liebe so stark ist. Ich denke, deshalb träume ich auch immernoch von ihm. Ein Stück von mir hat diese Liebe für alle Zeiten gespeichert. Einfach, weil sie bedingungslos war. Unter der ganzen Trauer, dem Schmerz, den negativen Gefühlen, wird er irgendwie immer in meinem Herz bleiben. Das klingt megakitschig, ich weiß. Aber es ist so.

Ich wusste von Anfang an, dass mit dem Verlobten nie so sein würde. Ich weiß auch nicht, ob ich in der Lage wäre, jemals wieder so für einen Menschen zu empfinden. Schon allein aus Angst, wieder enttäuscht zu werden. Deshalb gebe ich mich zufrieden, mit dem, wie es ist. Die innere Uhr tickt. Und es ist ja nicht so, als würde ich ihn NICHT lieben. Nur eben anders. Ich habe mal mit meiner besten Freundin über diese Gefühle gesprochen. Sie meinte, dass es vielleicht so ist, dass man jeden Menschen anders liebt. Einfach, weil jeder Mensch anders ist. Ich habe mir eingeredet, dass sie Recht hat. Ich liebe ihn eben anders.

Aber ist das auch richtig so? Oder nur realistisch? Lasse ich mich von meinen Rollenvorbildern beeinflussen? Oder ist das Andere einfach nur eine von meinen träumisch-romantischen Fantasien, die in der Wirklichkeit eh nicht bestehen könnten?

Kennt ihr das? Was denkt ihr darüber?

Alles Liebe,

shadow

Warten..

Liebster Blog,

es ist wieder so weit: Hoffen und Bangen ist angesagt. Ich hatte ja schonmal erwähnt dass mir in letzter Zeit häufig schlecht ist. Das ist immernoch so. Außerdem friere ich dauernd wie ein Schneider.. Eigentlich war ich ja letzte Woche schon voller Hoffnung, aber dann habe ich festgestellt dass ich meiner Zeit schon eine Woche voraus war. Ich dachte, dass ich letzte Woche meine Tage kriegen sollte und war schon ganz aufgeregt, machte 2 Tests, von denen einer negativ war und einer gar nicht erst funktioniert hat. Nach einem Blick in den Kalender habe ich dann aber gesehen, dass erst diese Woche die besagte ist.

Tja, und heute ist Donnerstag – letzten Monat habe ich meine Tage Dienstag schon bekommen – und ich habe sie immernoch nicht. Gestern war ich dann noch ganz aufgeregt in der Apotheke, weil der Billigfrühtest aus der Drogerie nicht funktioniert hat (weiß auch nicht, was ich falsch mache -.-) und habe einen teuren Frühtest gekauft. Der war aber leider auch negativ.

Dennoch, ich bilde mir ein, ich habe so ein Gefühl. Warum schon seit fast 3 Wochen diese ständige Übelkeit, die aus dem nichts kommt, unterschiedlich lange bleibt und dann genauso plötzlich, wie sie angefangen hat, wieder aufhört? Warum bin ich so extrem müde zur Zeit (Gut, das könnte vielleicht am üblichen winterlichen Vitamin-D-Mangel liegen)? Warum ist mir ständig so kalt, dass ich meine, erfrieren zu müssen? Warum spielt mein Kreislauf verrückt und warum habe ich so viel Hunger? Und vor allem, warum habe ich meine Tage noch nicht?

Ich habe nichtmal übermäßige Schmierblutung. Der Verlobte sagt, ich solle aufhören solche Panik zu verbreiten. Weil sonst die Enttäuschung wieder so groß ist. Aber ich kann nicht anders. Es wäre so toll, so schön! An Sylvester waren wir bei Freunden von ihm, deren Sohn jetzt 1,5 Jahre alt ist. Ich war so neidisch, als ich die kleine Familie betrachtete. Ich will das auch! Jetzt!

Die ständigen Sticheleien vom Vater des Kleinen in unsere Richtung machten es natürlich auch nicht besser. Ob er uns Nachhilfe geben solle? Ob des Verlobten Schwimmer auch immer schön warm gehalten und nicht eingeschlafen wären?

Aber realistisch gesehen: Wir versuchen es ja erst seit 3 Monaten. Andere brauchen Jahre. Nur weil es bei den beiden befreundeten Paaren beim ersten Mal geklappt hat – der eine bekommt sogar Zwillinge! – muss es ja nicht bei jedem so sein. Und außerdem sind wir beide Raucher… Wahrscheinlich liegt es auch ein bisschen daran, dass es länger dauert.

Ich habe versucht, aufzuhören. Aber es ist nicht so einfach. Ich denke mittlerweile, ich brauche einen wirklich ernsten Grund. Zum Beispiel eine Schwangerschaft. Etwas, damit ich mich vor mir selbst rechtfertigen kann, warum ich nicht darf. Und es muss von heute auf morgen sein. Reduzieren oder so klappt nicht, das habe ich schon oft versucht. Ich habe sogar schon ein halbes Jahr lang nur E-Zigarette geraucht, aber sogar das habe ich wieder aufgegeben. Es reicht eine einzige Zigarette, um wieder im Strudel zu sein. Das wird noch zum Problem werden, das weiß ich. Aber sobald ich schwanger bin, gibt es da einfach keine Diskussionen mehr. Ich will ein gesundes Kind, ich wollte schon vor 5 Jahren aufhören und habe es immer wieder versucht. Wenn es einen plausiblen Grund dafür gibt, dann ist es das.

Jedenfalls kann ich meine frohen Hoffnungen nicht abstellen. Ich versuche noch bis Sonntag durchzuhalten, bevor ich das nächste Mal teste… Und die Maschinerie in meinem Kopf derweil einigermaßen im Zaum zu halten, die schon angelaufen ist. Lohnt es sich überhaupt noch, eine Kassenschulung für die Arbeit zu machen? Wie lange kann ich weiter arbeiten, wenn ich schwanger bin? Will ich überhaupt weiterarbeiten? Was ist, wenns mir mies geht anfangs? Was ist, wenn ich bei der Führerscheinprüfung kotzen muss o. Ä.? Lohnt es sich noch, neue Strumpfhosen zu kaufen? Oder soll ich lieber warten und mir dann gleich Umstandsmode kaufen? Und wenn ja, was für welche? Wie lange wird das Unwohlsein anhalten? Wann wird man was sehen? Ist es gut, wenn ich mit meinem Wellnessgutschein bis zu meinem Geburtstag im März warte oder darf ich, wenn ich schwanger bin Sachen nicht mehr machen (z.B. Dampfbad)? Darf ich noch das Katzenklo sauber machen oder ist es gefährlich? Wie soll ich ohne Kaffee arbeiten?

Und so weiter, und so weiter… Schlimm ist das mit mir. Ich weiß. Aber es wär doch sooooo schööööön….