Stillstand

https://youtu.be/VNhiy8G-6Xw


Liebster Blog,

ich habs doch getan. Obwohl ich wusste, dass es eigentlich sinnfrei ist. Ich habe mich gestern morgen bei der Arbeit krank gemeldet für diese Woche. Der Verlobte weiß nichts davon. Ich bin mir wie immer nicht sicher, ob das klug war. Ich hatte nur das Bedürfnis, allein zu sein. Und zu schlafen. Ich habe mal eine Dokumentation über eine Depressive gesehen, und die sagte auch, dass sie manchmal einfach von der Bildfläche verschwinden muss. Um allein zu sein. Seitdem frage ich mich, ob das bei allen so ist.

Ich kann das nicht erklären, zumindest nicht logisch. Und ich habe immer ein schlechtes Gewissen. Zum einen der Außenwelt gegenüber, zum anderen vor mir selbst. Eigentlich weiß ich, dass mir das meistens nicht gut tut. Und dass es auch Anderen schadet, wenn ich Termine einfach absage. Aber manchmal ist das Bedürfnis einfach da, allein zu sein. In einer Traumwelt zu versinken, nicht denken und nicht handeln zu müssen. Das sind dann immer diese verlorenen Tage. Von denen ich in meinem Leben schon so viele angesammelt habe. Wo ich einfach für mich sein kann, mich ablenken, gar nichts denken und gar nichts fühlen.

Und dann frage ich mich, ob das okay ist oder nicht? Es gibt Tage, da kann ich einfach nicht. Tage, an denen nur das Aus-dem-Bett-Aufstehen schon eine solche Qual ist, dass sonst gar nichts mehr geht. Dann gibt es solche wie gestern, wo es mir eigentlich gar nicht soooo schlecht geht, wo ich mich einfach nur vor mir selbst und der Außenwelt verstecke. Wo die Gleichgültigkeit überwiegt. Da ist es mir egal, ob ich auf der Arbeit Schwierigkeiten verursache. Da ist es mir egal, ob ich Termine sausen lasse. Und es ist mir egal, wie lange ich im Bett bleibe, was ich träume und wie ich den Tag verbringe. Erst wenn dann jemand kommt, mit dem ich reden muss, merke ich, dass es mir eigentlich scheiße geht. Und dann kommt ,immer wieder die Frage: Ist das okay?

Oder ist das egoistisch? Sollte ich ein schlechtes Gewissen haben? Gehört das zur Krankheit oder ist es einfach nur eine Art Faulheit? Ich weiß es einfach nicht. Gestern Abend konnte ich natürlich nicht schlafen – ich habe den Tag mit Hörbuch hören und Zeichnen verbracht und bis 10:30 Uhr geschlafen – und hatte dann solche Rücken-, Hand- und Schulterschmerzen dass ich nicht liegen konnte. Ich habe dann eine Muskelrelaxertablette gefunden, und ohne groß nachzudenken, genommen. Denn es war mir egal. 

Mir ist bewusst, dass das gefährliche Momente sind. Ich beobachte mich dann sehr genau, und wenn diese Gleichgültigkeit länger andauert, ist es Zeit, etwas zu unternehmen. Manchmal überkommt mich dann nämlich die Lust, einfach alle Medikamente die ich finden kann, zu schlucken. Oder mir nur zum Spaß den Arm aufzuschneiden. Aber das bin dann nicht ich. 

Heute habe ich wieder vom Ex geträumt. Und ich habe es tatsächlich genossen. Auch das ist mir im Moment egal, obwohl sich schon eine kleine Stimme des schlechten Gewissens rührt.

Eigentlich wollte ich noch mehr schreiben, etwas Reales. Aber grade ist mein Kopf wie leer gefegt. Und das ist okay so.?!

Alles Liebe,

das Schatten-Ich

Advertisements

Beziehungen & Alltägliches

Liebster Blog,

wie (fast) immer, wenn man jammert, löste sich gestern einiges in Wohlgefallen auf. Ich hatte ja geschrieben, dass mich in meiner Beziehung ein paar Dinge stören und dass ich dem Verlobten vom Blog erzählt habe..

Auf seine grummelige Art hat ihm das wohl zu denken gegeben. Er fragte mich plötzlich, ob mir schon mal der Gedanke gekommen sei, mich zu trennen. Ich war ehrlich, und sagte ihm ja, ich hätte schon manchmal darüber nachgedacht. Weil es mich eben stört, dass wir so wenig Freizeit als Paar haben, bzw, dass wir sie, wenn, nicht genießen sondern mit Arbeiten verbringen.

Er grummelte, und 3 Stunden später hatte er plötzlich eine 3-tägige Reise rausgesucht 😀 Bisher hatte er sich immer geweigert, mal irgendwohin zu fahren weil „das für ihn mehr Stress als zu Hause ist“. Ich hatte ihm geantwortet, dass er doch gar nicht wissen könne, wie es MIT MIR ist, wegzufahren. Seine letzten Erlebnisse hatte er in einer früheren Beziehung. Und außerdem kommt man, wenn man einfach mal woanders ist, auch nicht in Versuchung, noch irgendwas im Haus zu werkeln.

Also haben wir uns dann gestern gemeinsam einen kleinen Wochenendtrip nach Thürigen über Ostern ausgesucht. Dort gibt es eine tolle Burg zu besichtigen, das Hotel ist nicht zu teuer, und wir wären einfach mal weg von allem. Es muss ja nicht gleich der 3-Wöchige Südseetrip sein. Erstmal klein anfangen.

Solche Dinge zeigen mir dann doch immer wieder, dass er sich insgeheim auch seine Gedanken macht, und doch mehr von meinen Gedanken und Stimmungen mitbekommt, als ich ahne. Und vor allem, dass ihm unsere Beziehung wichtig ist und er bereit ist, daran zu arbeiten. Dass er genauso viel Angst hat, mich zu verlieren wie ich ihn.

Dennoch war der Tag gestern anstrengend, so anstrengend, dass ich dann doch mal wieder eine Fahrstunde abgesagt habe. Den Vormittag habe ich nur mit rumtelefonieren verbracht: Rentenversicherung, Krankenversicherung und das Schlimmste: Vodafone.

Eigentlich will ich doch nur einen neuen HD-Receiver mit Recorderfunktion. Aber nein, das geht nicht so einfach, da verbringt man erst mal Stunden im Gespräch mit irgendwelchen blöden Computerstimmen, bevor man dann von Pontius zu Pilatus weiterverbunden wird, um dann doch wieder in der falschen Abteilung zu landen. Insgesamt habe ich 4 (!) verschiedene Servicenummern abtelefoniert, um dann doch zu keinem sinnvollen Ergebnis zu kommen. Wir waren dann sogar noch im Vodafoneshop, wo sie uns aber auch nicht weiterhelfen konnten.

Außerdem fing der Verlobte an, mich zu bedrängen und Vorwürfe zu machen. Ich sei in letzter Zeit so abweisend und gleichgültig, und irgendwas müsse doch vorgefallen sein, dass ich mich so zurückziehe. Ob ich denn immernoch so oft an meinen Ex dächte?

Das Einzige, was ich ihm dazu sagen konnte war, dass ich mit seinen Zornausbrüchen nicht klarkomme und mir die schon erwähnten Sorgen wegen unserer Freizeit mache. Die Träume vom Ex ließ ich unerwähnt. Das hätte ihn nur wieder zusätzlich aufgeregt und er hätte sich wieder in irgendein Eifersuchts-Hirngespinst hinein gesteigert.

Es war schon richtig dargestellt bei How I met your Mother: Ab 30 trägt jeder seinen Koffer aus vorherigen Beziehungen mit. Bei mir ist es die ständige Angst, verlassen und ignoriert zu werden, etwas falsch zu machen. Bei ihm ist es die Eifersucht, Angst, betrogen zu werden. Wir sind einfach immer noch dabei, uns auf den Anderen einzustellen. Was ja auch in Ordnung ist. Und nach 2 Jahren Beziehung ist halt einfach nunmal die rosa Brille weg, und man muss anfangen, aktiv zu arbeiten. Und ich bin unheimlich froh, dass er auch dazu bereit ist.

Jedenfalls hat mich das gestern alles so erschöpft, dass ich mich einfach nicht in der Lage fühlte, mich aufs Fahren zu konzentrieren. Und es war auch gut so, es gab mir die Zeit, in Ruhe abzukühlen und mich wieder an den Verlobten anzunähern. Im Bett hielten wir uns dann aneinander fest, und wir wussten auch ohne Worte, dass wir uns gegenseitig auf keinen Fall verlieren wollen. Und dass wir das schon schaffen.

Heute habe ich das mit dem blöden Vodafone auch endlich geklärt, worüber ich auch froh bin. Wir müssen nur unseren auslaufenden Vertrag pünktlich kündigen und dann wird alles auf den neuesten Stand gebracht – die alten Verträge liefen noch über Kabel Deutschland. Gut, dass ich mich darum mal gekümmert habe. Das ist nämlich nicht so sein Ding.

Jetzt werde ich noch einen Brief an die Rentenversicherung aufsetzen und weiteren Bürokram erledigen. Und dann versuchen, den restlichen Tag ein wenig zu entspannen.

Ich merke schon wieder erste Deprianzeichen – ich komme momentan wieder nur schwer aus dem Bett morgens und ich spüre den Impuls, mich auf der Arbeit krank zu melden. Aber das geht nicht. Ich weiß genau, dass es mir nicht gut tun würde, die ganze Woche im Bett zu verbringen. Zähne zusammenbeißen. Und wenigstens ist mit dem Verlobten jetzt alles wieder gut, zumindest vorläufig.

Jetzt kann ich aber wenigstens wieder regelmäßiger Schreiben, vielleicht hilft das ja auch.

Bis Bald und alles Liebe,

shadow

Zweifel reloaded

Liebster Blog,

es wird allerhöchste Zeit für mich, meinen Kopf mal wieder richtig zu entleeren. Der Verlobte hatte die letzten 2 Wochen frei, deshalb waren die Einträge in letzter Zeit etwas spärlich gesäht. Bisher hatte ich ihm nichts vom Blog erzählt, aus Angst, er könnte ihn lesen. Ich teile hier alle meine innersten Gedanken, Ängste und Zweifel, und ich möchte nicht, dass er mitliest. Nachdem er aber heute eine Verabredung abgesagt hat, blieb mir nichts anderes übrig, als es ihm zu erzählen. Ich hoffe, er versucht jetzt nicht heimlich, ihn zu finden. Aber ich habe das Gefühl, mein Kopf platzt gleich, weshalb dieser Eintrag wohl entsprechend lang wird.

Zuerst einmal: Ich bin natürlich nicht schwanger. Freitag bekam ich dann doch noch meine Tage. Und wieder war die Enttäuschung groß. Wir waren dann beim Einkaufen, und der leere Kindersitz des Einkaufswagen klappte mir vorwurfsvoll und höhnisch entgegen. Wieder einmal konnte ich nicht weinen, und ich traute mich auch nicht, mit dem Verlobten offen über meine Enttäuschung zu sprechen. Er hat ja Recht, ich sollte aufhören, mir so einen Druck zu machen. Aber irgendwie kann ich nicht anders. Und er sagt mir auch immer wieder, dass die Enttäuschung dann immer größer wird, wenn ich nicht aufhöre, ständig darüber nachzudenken.

Aber ich sehe überall Babys, und ich bin so neidisch und sehnsüchtig. Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, dass ich mich von meinem Job verabschieden musste. Der einzige Gedanke, der diesen Abschied erträglich machte, war die Aussicht auf ein eigenes kleines Baby.

Das Positive ist, dass sich mein Zyklus jetzt scheinbar eingespielt hat und mein Körper endlich mit der Hormonumstellung klarzukommen scheint. Ich habe viel weniger Pickel, die Blutung ist weniger stark und ich habe kaum noch PMS. Was wahrscheinlich auch so große Hoffnungen in mir geweckt hat, da ich das nicht gewohnt bin. Sonst fiel ich immer einmal im Monat ins totale Depriloch, bevor ich meine Tage bekam. Diesmal nicht. Auch sonst hatte ich – bis auf das Frieren und den Kreislauf – kaum Beschwerden. Also, vielleicht hat er diese Zeit einfach gebraucht. Vielleicht musste er erstmal mit sich selber klar kommen, bevor er bereit war, „jemanden einzulassen“.

Desweiteren muss ich einfach aufhören, jetzt schon wieder alles zu zerdenken. Einfach normal weiter leben, so, als würde ich auf nichts warten. Normale Klamotten kaufen, weiter arbeiten und auf mich achten. Aber nicht zu sehr, damit ich nicht wieder aus jeder Mücke einen Elefanten mache.. Klingt einfach. Ist es aber ganz und gar nicht. Aber einen Versuch ist es wert.

—————————————————————————————

Die üblichen Zweifel sind auch plötzlich wieder da. Die Zeit, die der Verlobte jetzt zu Hause war, haben sie ausgelöst. Ich frage mich immernoch manchmal insgeheim, ob er der Richtige ist. Die meiste Zeit sind wir ganz gut miteinander klargekommen, aber es gab schon immer wieder überflüssige Konflikte. Und dann hatte ich heute natürlich wieder einen Traum vom Ex.

Einerseits liegt es an seinem Wesen. Er ist ein Schütze, d. h. er ist oft aufbrausend, und flippt wegen Kleinigkeiten aus. So schnell, wie der Zorn kam, ist er dann zwar auch meistens wieder vorbei, aber er braucht seine Zeit um wieder runterzukommen. Im Grunde seines Herzens ist er treu, liebevoll und auch sensibel. Doch nach außen hin kann er schon oft ein ganz schöner Arsch sein, weil er einfach sehr oft unbedacht handelt. Er redet nicht gern über seine Gefühle oder Gedanken – meistens gar nicht. Und je mehr man ihn bedrängt, desto mehr macht er dicht.

Dann kommt noch dazu, dass er nicht bereit ist, sich selbst zu reflektieren. Was bei mir dank vieler Jahre Therapie allerdings schon in Fleisch und Blut übergegangen ist.

UND er ist ein Workaholic. Er tut sich wahnsinnig schwer, mal Ruhe zu geben und zu entspannen. Deshalb haben wir auch wieder fast den ganzen Urlaub damit zugebracht, im Haus zu renovieren. Im oberen Stockwerk wurden die Böden im Schlafzimmer und Flur erneuert. Außerdem neu gestrichen. Das beinhaltete einige Baumarktbesuche – ich habe schon gesagt, wir verbringen die Urlaube zur Hälfte im Baumarkt. -.-

Wenn mal nichts zu tun war, bzw. er ausgebremst wurde von Feiertagen, war er unruhig und unzufrieden. Er weiß einfach nichts mit sich anzufangen, wenn er nicht arbeitet. Und darunter habe dann ich zu leiden. Schöne gemeinsame Aktivitäten als Paar? Fehlanzeige. Zeitverschwendung. Zu teuer. Wir haben doch was besseres zu tun. Ich bin „faul und komme nicht in die Puschen“. Ich glaube, oft ist es auch der Neid zu sehen, dass ich mich auch ohne Arbeit beschäftigen und auslasten kann. Und gleichzeitig Unverständnis, dass ich einfach erschöpft bin, wenn ich gearbeitet habe. ER ist ja NIE erschöpft und bei dem bisschen was ich arbeite, erst recht nicht.

Es ist einfach anstrengend. Deshalb bin ich froh, wenn der Alltag ab morgen wieder los geht. Gleichzeitig kommen wieder die Zweifel.

Muss das denn so sein? Sollte es so sein? Aus früheren Beziehungen weiß ich: Nein. Es muss nicht so sein. Und manchmal frage ich mich auch, ob das auf Dauer gut ist. Ist es gut, wenn man sich nur versteht wenn man sich wenig sieht? Wenn der Alltag zwar funktioniert, aber man in der Freizeit nicht miteinander klarkommt?

Aber was für andere Optionen habe ich? Nüchtern gesehen, keine. Ich werde im März 30. Ich will ein Kind, ich will heiraten, in einem Haus wohnen und mich um Mann und Familie kümmern. Andere Leute haben so eine Ehe ihr ganzes Leben lang geführt. Meine Mutter hat uns quasi auch allein großgezogen, denn mein Vater war ein noch schlimmeres Arbeitstier als der Verlobte. Und sie hat es geschafft. Und es ist was aus uns geworden. Und er hat ja auch gute Seiten. Wir haben es ja auch schön miteinander. Ich will jedenfalls jetzt nicht wieder alles hinschmeißen und von vorne anfangen.

Und doch: Ich vermisse etwas. Ich vermisse dieses Gefühl, diese zärtliche Liebe, dieses Herzhüpfen, jedes Mal, wenn ich den Partner sehe. Das Gefühl, den anderen jeden Tag mehr zu lieben. Das alles hatte ich beim Ex. Das sichere Gefühl, wir könnten ALLES miteinander durchstehen. Einfach, weil die Liebe so stark ist. Ich denke, deshalb träume ich auch immernoch von ihm. Ein Stück von mir hat diese Liebe für alle Zeiten gespeichert. Einfach, weil sie bedingungslos war. Unter der ganzen Trauer, dem Schmerz, den negativen Gefühlen, wird er irgendwie immer in meinem Herz bleiben. Das klingt megakitschig, ich weiß. Aber es ist so.

Ich wusste von Anfang an, dass mit dem Verlobten nie so sein würde. Ich weiß auch nicht, ob ich in der Lage wäre, jemals wieder so für einen Menschen zu empfinden. Schon allein aus Angst, wieder enttäuscht zu werden. Deshalb gebe ich mich zufrieden, mit dem, wie es ist. Die innere Uhr tickt. Und es ist ja nicht so, als würde ich ihn NICHT lieben. Nur eben anders. Ich habe mal mit meiner besten Freundin über diese Gefühle gesprochen. Sie meinte, dass es vielleicht so ist, dass man jeden Menschen anders liebt. Einfach, weil jeder Mensch anders ist. Ich habe mir eingeredet, dass sie Recht hat. Ich liebe ihn eben anders.

Aber ist das auch richtig so? Oder nur realistisch? Lasse ich mich von meinen Rollenvorbildern beeinflussen? Oder ist das Andere einfach nur eine von meinen träumisch-romantischen Fantasien, die in der Wirklichkeit eh nicht bestehen könnten?

Kennt ihr das? Was denkt ihr darüber?

Alles Liebe,

shadow

Warten..

Liebster Blog,

es ist wieder so weit: Hoffen und Bangen ist angesagt. Ich hatte ja schonmal erwähnt dass mir in letzter Zeit häufig schlecht ist. Das ist immernoch so. Außerdem friere ich dauernd wie ein Schneider.. Eigentlich war ich ja letzte Woche schon voller Hoffnung, aber dann habe ich festgestellt dass ich meiner Zeit schon eine Woche voraus war. Ich dachte, dass ich letzte Woche meine Tage kriegen sollte und war schon ganz aufgeregt, machte 2 Tests, von denen einer negativ war und einer gar nicht erst funktioniert hat. Nach einem Blick in den Kalender habe ich dann aber gesehen, dass erst diese Woche die besagte ist.

Tja, und heute ist Donnerstag – letzten Monat habe ich meine Tage Dienstag schon bekommen – und ich habe sie immernoch nicht. Gestern war ich dann noch ganz aufgeregt in der Apotheke, weil der Billigfrühtest aus der Drogerie nicht funktioniert hat (weiß auch nicht, was ich falsch mache -.-) und habe einen teuren Frühtest gekauft. Der war aber leider auch negativ.

Dennoch, ich bilde mir ein, ich habe so ein Gefühl. Warum schon seit fast 3 Wochen diese ständige Übelkeit, die aus dem nichts kommt, unterschiedlich lange bleibt und dann genauso plötzlich, wie sie angefangen hat, wieder aufhört? Warum bin ich so extrem müde zur Zeit (Gut, das könnte vielleicht am üblichen winterlichen Vitamin-D-Mangel liegen)? Warum ist mir ständig so kalt, dass ich meine, erfrieren zu müssen? Warum spielt mein Kreislauf verrückt und warum habe ich so viel Hunger? Und vor allem, warum habe ich meine Tage noch nicht?

Ich habe nichtmal übermäßige Schmierblutung. Der Verlobte sagt, ich solle aufhören solche Panik zu verbreiten. Weil sonst die Enttäuschung wieder so groß ist. Aber ich kann nicht anders. Es wäre so toll, so schön! An Sylvester waren wir bei Freunden von ihm, deren Sohn jetzt 1,5 Jahre alt ist. Ich war so neidisch, als ich die kleine Familie betrachtete. Ich will das auch! Jetzt!

Die ständigen Sticheleien vom Vater des Kleinen in unsere Richtung machten es natürlich auch nicht besser. Ob er uns Nachhilfe geben solle? Ob des Verlobten Schwimmer auch immer schön warm gehalten und nicht eingeschlafen wären?

Aber realistisch gesehen: Wir versuchen es ja erst seit 3 Monaten. Andere brauchen Jahre. Nur weil es bei den beiden befreundeten Paaren beim ersten Mal geklappt hat – der eine bekommt sogar Zwillinge! – muss es ja nicht bei jedem so sein. Und außerdem sind wir beide Raucher… Wahrscheinlich liegt es auch ein bisschen daran, dass es länger dauert.

Ich habe versucht, aufzuhören. Aber es ist nicht so einfach. Ich denke mittlerweile, ich brauche einen wirklich ernsten Grund. Zum Beispiel eine Schwangerschaft. Etwas, damit ich mich vor mir selbst rechtfertigen kann, warum ich nicht darf. Und es muss von heute auf morgen sein. Reduzieren oder so klappt nicht, das habe ich schon oft versucht. Ich habe sogar schon ein halbes Jahr lang nur E-Zigarette geraucht, aber sogar das habe ich wieder aufgegeben. Es reicht eine einzige Zigarette, um wieder im Strudel zu sein. Das wird noch zum Problem werden, das weiß ich. Aber sobald ich schwanger bin, gibt es da einfach keine Diskussionen mehr. Ich will ein gesundes Kind, ich wollte schon vor 5 Jahren aufhören und habe es immer wieder versucht. Wenn es einen plausiblen Grund dafür gibt, dann ist es das.

Jedenfalls kann ich meine frohen Hoffnungen nicht abstellen. Ich versuche noch bis Sonntag durchzuhalten, bevor ich das nächste Mal teste… Und die Maschinerie in meinem Kopf derweil einigermaßen im Zaum zu halten, die schon angelaufen ist. Lohnt es sich überhaupt noch, eine Kassenschulung für die Arbeit zu machen? Wie lange kann ich weiter arbeiten, wenn ich schwanger bin? Will ich überhaupt weiterarbeiten? Was ist, wenns mir mies geht anfangs? Was ist, wenn ich bei der Führerscheinprüfung kotzen muss o. Ä.? Lohnt es sich noch, neue Strumpfhosen zu kaufen? Oder soll ich lieber warten und mir dann gleich Umstandsmode kaufen? Und wenn ja, was für welche? Wie lange wird das Unwohlsein anhalten? Wann wird man was sehen? Ist es gut, wenn ich mit meinem Wellnessgutschein bis zu meinem Geburtstag im März warte oder darf ich, wenn ich schwanger bin Sachen nicht mehr machen (z.B. Dampfbad)? Darf ich noch das Katzenklo sauber machen oder ist es gefährlich? Wie soll ich ohne Kaffee arbeiten?

Und so weiter, und so weiter… Schlimm ist das mit mir. Ich weiß. Aber es wär doch sooooo schööööön….

Sylvestergedanken

Liebster Blog,

Sylvester konnte ich noch nie leiden. Als Kind habe ich schon die laute Knallerei gehasst und mich ängstlich im sicheren Haus versteckt. Feuerwerk? Nein danke. Das Einzige, was ich toll fand und finde sind Wunderkerzen. Das wars dann aber auch schon.

Und je älter ich wurde, desto ernüchternder liefen meine Jahreswechsel. Feiern gehen an Sylvester? Katastrophe, immer viel zu viel los, zu laut und zu teuer. Und spontan irgendwo hingehen kann man sowieso vergessen, was ich auch auf die harte Tour lernen musste, indem ich Abende auf der Straße verbracht habe und von Club zu Club lief, um vielleicht doch noch irgendwo reinzukommen.

Und dann ging es irgendwann los, dass ich keine Lust mehr hatte, auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Jedes Mal war irgendetwas Schlimmes passiert. Job verloren. Ausbildung abgebrochen. Vom Freund getrennt. Umzug. Selbstmordgedanken. Klinikaufenthalte. Ich kam mir irgendwann vor wie in einer nie enden wollenden Spirale, und so oft ich zurücksah, desto verschwendeter kamen mir die vergangenen Jahre vor.

Ich fing an, nach vorne zu schauen. Und zu hoffen, dass das nächste Jahr besser wird. Aber es wurde nicht besser. Irgendwas war immer, so dass ich am Ende des Jahres doch wieder da stand und mich in Selbstmitleid über mein verkorkstes Leben suhlte.

Seitdem bin ich ein richtiger Sylvestergrinch geworden. Ich habe nun schon einige allein daheim verbracht. Ich habe mir keine Jahresrückblicke angeschaut. Nur Dinner for one. Letztes Jahr war ich krank über Sylvester, ließ den Verlobten zu Freunden gehen, ging um 21 Uhr ins Bett und verschlief das blöde Geballer. Auch nicht schlimm. Ich habe einfach keine Lust, zurückzuschauen, und mir irgendetwas vorzunehmen oder mich auf etwas zu freuen, davor habe ich Angst. Es kommt ja doch nie so, wie man erwartet. Und dann ist die Enttäuschung umso größer. Ich versuche, in den Tag hinein zu leben und nicht zu viel zu erwarten. Und mich zu freuen, wenn etwas gut geht. Und es zu mit Zynismus zu akzeptieren, wenn wieder etwas Schlimmes passiert. So ist mein Leben nun einmal. Solange es weitergeht, ist es okay.

Am Sylvester nach der Trennung vom Ex stand ich auf meinem Balkon im 7. Stock und hatte das erste Mal in meinem Leben das Gefühl, es ginge nicht weiter. Hätte ich nicht das Katzennetz und meine Schwestern gehabt die bei mir waren, hätte ich mich vom Balkon gestürzt. Stattdessen betrank ich mich bis fast zu Besinnungslosigkeit. Schlimmstes Sylvester ever.

Deshalb, tschüß, altes Jahr – ich blicke nicht zurück, sondern nach vorn – und hallo, neues Jahr. Vielleicht gehen ja dieses Mal ein paar Wünsche in Erfüllung. Oder auch nicht. Wir werden sehen.

PS

Der Verlobte hat mir übrigens einen Beautytag-Gutschein mit Gesichtsbehandlung, Bad, Handpflege und Nutzung des Wellnessbereichs im 5-Sterne-Hotel hier in der Großstadt geschenkt!! Ich hab mich wahnsinnig gefreut. Muss mir jetzt nur noch überlegen ob ich jemanden mitnehme oder allein genieße… Meine beiden Schwestern kloppen sich schon darum xD

Weihnachtstage und Hoffnungen

Liebster Blog,

mal wieder ein kurzes Lebenszeichen von mir. Mal schauen, wie lang es geht, die rechte Hand ist immernoch ein wenig lädiert.

Seit Samstag war ich ja in der Heimatkleinstadt, weil meine Schwester, die am Freitag Geburtstag hatte, da ihren Familiengeburtstagskaffee bei Oma, Opa, Tante und Onkel hatte. Eigentlich wollte ich nicht so früh fahren, aber da wir heute am zweiten Feiertag schon bei den Schwiegereltern eingeladen waren und somit die große Familienweihnachtsfeier verpassen, kam ich mit. Sozusagen als Überraschung für die Oma, die schon traurig war deswegen. Dort war es recht entspannt, wenn auch laut, wie immer, wenn die ganze Familie zusammenkommt – wobei Mamas Bruder, seine Frau und die Cousinen nicht dabei waren.

Sonntag musste meine Mutter mir noch helfen, die Decke zusammenzuhäkeln. Paulinchen hat auch „mitgeholfen“:

Ich war froh zu hören, dass es meiner Mum verhältnismäßig gut geht. Bei ihr wurde vor 3 Monaten ein Knoten in der Brust festgestellt. Darauf folgte OP, wobei sich herausstellte, dass die wenigstens die Lymphknoten nicht betroffen sind – und jetzt 3 Wochen Bestrahlung. Außerdem kriegt sie jetzt sozusagen eine „Anti-Hormon-Therapie“, weil der Knoten wahrscheinlich von den zusätzlichen Hormonen kam. Entsprechend hat sie halt jetzt die vollen Wechseljahresbeschwerden, mit Hitzewallungen, depressiven Verstimmungen etc. Aber das ist gottseidank auch schon alles. Ab 05. Januar geht sie in die Reha.

Der Heiligabend verlief dann ruhig und entspannt mit leckerem Essen. Es gab Tafelspitz mit Blaukraut, Spätzle und Kroketten. Und Mousse aux Chocolat *schleck*

Ich habe zwei wunderschöne Windlichter geschenkt bekommen und meine Mum hat mir Dias aus meinem ersten Jahr digitalisiert, worüber ich mich auch sehr gefreut habe.

Die Decke ist dann auch noch pünktlich fertig geworden mit Unterstützung:

Hat mich ein paar Schmerzen und Nerven gekostet, aber es hat sich gelohnt. (Und ja, sie ist ein wenig schief und krumm, aber dafür mit Liebe gemacht 🙂 )

Ansonsten ist mir seit ein paar Tagen immer wieder aus heiterem Himmel übel, obwohl ich gleichzeitig Hunger habe… Ein leises Stimmchen in meinem Kopf hofft ja immernoch auf ein Weihnachtswunder und dass das vielleicht ein Zeichen zur Freude sein könnte… Heute morgen habe ich einen Test gemacht, aber der war leider negativ. Bis Freitag gebe ich mir noch Zeit, wenn ich bis dahin nicht meine Tage habe, teste ich nochmal… Vielleicht war es ja nur zu früh? Ich kann die Hoffnung leider nicht ganz unterdrücken, vor allem nicht, nachdem ich die süßen Babyfotos und meine glückliche Mutter gesehen habe. Der Verlobte will nichts von meinen Hoffnungen hören, er meint, ich setze mich schon wieder zu sehr unter Druck. Wobei er wahrscheinlich sogar Recht hat… Aber es wäre so schöööön…. <.<

In diesem Sinne noch besinnliche Tage bis Sylvester,

Paulinchen, nachdem sie mit der Schnur spielen durfte

eure shadowme