Beziehungen & Alltägliches

Liebster Blog,

wie (fast) immer, wenn man jammert, löste sich gestern einiges in Wohlgefallen auf. Ich hatte ja geschrieben, dass mich in meiner Beziehung ein paar Dinge stören und dass ich dem Verlobten vom Blog erzählt habe..

Auf seine grummelige Art hat ihm das wohl zu denken gegeben. Er fragte mich plötzlich, ob mir schon mal der Gedanke gekommen sei, mich zu trennen. Ich war ehrlich, und sagte ihm ja, ich hätte schon manchmal darüber nachgedacht. Weil es mich eben stört, dass wir so wenig Freizeit als Paar haben, bzw, dass wir sie, wenn, nicht genießen sondern mit Arbeiten verbringen.

Er grummelte, und 3 Stunden später hatte er plötzlich eine 3-tägige Reise rausgesucht 😀 Bisher hatte er sich immer geweigert, mal irgendwohin zu fahren weil „das für ihn mehr Stress als zu Hause ist“. Ich hatte ihm geantwortet, dass er doch gar nicht wissen könne, wie es MIT MIR ist, wegzufahren. Seine letzten Erlebnisse hatte er in einer früheren Beziehung. Und außerdem kommt man, wenn man einfach mal woanders ist, auch nicht in Versuchung, noch irgendwas im Haus zu werkeln.

Also haben wir uns dann gestern gemeinsam einen kleinen Wochenendtrip nach Thürigen über Ostern ausgesucht. Dort gibt es eine tolle Burg zu besichtigen, das Hotel ist nicht zu teuer, und wir wären einfach mal weg von allem. Es muss ja nicht gleich der 3-Wöchige Südseetrip sein. Erstmal klein anfangen.

Solche Dinge zeigen mir dann doch immer wieder, dass er sich insgeheim auch seine Gedanken macht, und doch mehr von meinen Gedanken und Stimmungen mitbekommt, als ich ahne. Und vor allem, dass ihm unsere Beziehung wichtig ist und er bereit ist, daran zu arbeiten. Dass er genauso viel Angst hat, mich zu verlieren wie ich ihn.

Dennoch war der Tag gestern anstrengend, so anstrengend, dass ich dann doch mal wieder eine Fahrstunde abgesagt habe. Den Vormittag habe ich nur mit rumtelefonieren verbracht: Rentenversicherung, Krankenversicherung und das Schlimmste: Vodafone.

Eigentlich will ich doch nur einen neuen HD-Receiver mit Recorderfunktion. Aber nein, das geht nicht so einfach, da verbringt man erst mal Stunden im Gespräch mit irgendwelchen blöden Computerstimmen, bevor man dann von Pontius zu Pilatus weiterverbunden wird, um dann doch wieder in der falschen Abteilung zu landen. Insgesamt habe ich 4 (!) verschiedene Servicenummern abtelefoniert, um dann doch zu keinem sinnvollen Ergebnis zu kommen. Wir waren dann sogar noch im Vodafoneshop, wo sie uns aber auch nicht weiterhelfen konnten.

Außerdem fing der Verlobte an, mich zu bedrängen und Vorwürfe zu machen. Ich sei in letzter Zeit so abweisend und gleichgültig, und irgendwas müsse doch vorgefallen sein, dass ich mich so zurückziehe. Ob ich denn immernoch so oft an meinen Ex dächte?

Das Einzige, was ich ihm dazu sagen konnte war, dass ich mit seinen Zornausbrüchen nicht klarkomme und mir die schon erwähnten Sorgen wegen unserer Freizeit mache. Die Träume vom Ex ließ ich unerwähnt. Das hätte ihn nur wieder zusätzlich aufgeregt und er hätte sich wieder in irgendein Eifersuchts-Hirngespinst hinein gesteigert.

Es war schon richtig dargestellt bei How I met your Mother: Ab 30 trägt jeder seinen Koffer aus vorherigen Beziehungen mit. Bei mir ist es die ständige Angst, verlassen und ignoriert zu werden, etwas falsch zu machen. Bei ihm ist es die Eifersucht, Angst, betrogen zu werden. Wir sind einfach immer noch dabei, uns auf den Anderen einzustellen. Was ja auch in Ordnung ist. Und nach 2 Jahren Beziehung ist halt einfach nunmal die rosa Brille weg, und man muss anfangen, aktiv zu arbeiten. Und ich bin unheimlich froh, dass er auch dazu bereit ist.

Jedenfalls hat mich das gestern alles so erschöpft, dass ich mich einfach nicht in der Lage fühlte, mich aufs Fahren zu konzentrieren. Und es war auch gut so, es gab mir die Zeit, in Ruhe abzukühlen und mich wieder an den Verlobten anzunähern. Im Bett hielten wir uns dann aneinander fest, und wir wussten auch ohne Worte, dass wir uns gegenseitig auf keinen Fall verlieren wollen. Und dass wir das schon schaffen.

Heute habe ich das mit dem blöden Vodafone auch endlich geklärt, worüber ich auch froh bin. Wir müssen nur unseren auslaufenden Vertrag pünktlich kündigen und dann wird alles auf den neuesten Stand gebracht – die alten Verträge liefen noch über Kabel Deutschland. Gut, dass ich mich darum mal gekümmert habe. Das ist nämlich nicht so sein Ding.

Jetzt werde ich noch einen Brief an die Rentenversicherung aufsetzen und weiteren Bürokram erledigen. Und dann versuchen, den restlichen Tag ein wenig zu entspannen.

Ich merke schon wieder erste Deprianzeichen – ich komme momentan wieder nur schwer aus dem Bett morgens und ich spüre den Impuls, mich auf der Arbeit krank zu melden. Aber das geht nicht. Ich weiß genau, dass es mir nicht gut tun würde, die ganze Woche im Bett zu verbringen. Zähne zusammenbeißen. Und wenigstens ist mit dem Verlobten jetzt alles wieder gut, zumindest vorläufig.

Jetzt kann ich aber wenigstens wieder regelmäßiger Schreiben, vielleicht hilft das ja auch.

Bis Bald und alles Liebe,

shadow

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