Depression


Rastlos
Treibt es mich durch dunkle Gassen
In kaltem Mauerwerk
Verwaist meine Seele

Diese grauen Bauten
Sind meine Zuflucht
Doch sind sie auch
Das Gift in meinen Adern

Ich schaue hinauf
Zum stählernen Himmelszelt

Und spüre die Sehnsucht

Liebster Blog,

am Dienstag nach der Fahrstunde schlug eine heftige Welle Depressionen über mir zusammen. Woran es genau lag, kann ich nicht sagen. Vielleicht, weil mein Fahrlehrer wieder das Gleiche sagte wie letztes Mal: Ich reagiere nur, ich agiere nicht. Ja, na und?! So bin ich nunmal, das ist meine Persönlichkeit, meine Krankheit. Ich bin froh, dass ich wenigstens reagieren kann. Ist das denn nicht genug?! Gleichzeitig fing sie wieder an zu flüstern, die schwarze Frau: „Du wirst es NIE schaffen. Du kannst GAR NICHTS. Du bist ein verdammter Versager, und das weißt du auch. Was hast du in deinem Leben jemals geschafft? Was hast du erreicht? NICHTS. Und du wirst es auch nie schaffen, irgendwas zu erreichen.“ 

Ich weiß, dass das nicht ich bin. Ich bin nicht meine Krankheit. Aber quälen tun sie trotzdem, diese Gedanken. Und ich kann einfach nicht verhindern, dass sie kommen. Und ich weiß auch, dass das meiste davon nicht stimmt. Ich habe durchaus etwas erreicht. Nur was? Ich kann mich nicht erinnern. Alles versank wieder in einem Schleier von Trauer, von Taubheit und Leere. In meinem Bauch knäulte sich wieder dieser Schmerz zusammen. Und das Schlimmste ist, ich weiß nicht wohin damit. Ich kann nicht weinen. Seit einer ganzen Weile geht es einfach nicht mehr. Ich weiß nicht, warum. Es ging mir die letzten Monate oft so, dass ich den Schmerz so gern kanalisieren wollte, und nicht wusste, wie. Das macht mir Angst. Das letzte Mal, dass ich richtig geweint habe, war glaub ich, als ich meinen Job verlor. Warum geht es jetzt nicht mehr? Es würde so gut tun, es einfach mal rauszulassen. Ich bin mir sicher, dann ging es mir ganz schnell besser. Was ist los mit mir? Warum fange ich wieder an, in mich hinein zu fressen? Ich habe Angst, dass dieser Ballon irgendwann einfach platzt und mich wieder völlig aus der Bahn wirft. Auf den Schmerz folgt dann die Taubheit. Alles ist egal, ich fühle mich wie in einer Seifenblase, schwebe so dahin und schreie, aber keiner kann mich hören, nicht mal ich selbst.

Der Knoten

Ich habe es mit Musik probiert. Die düsterste, und traurigste, die finden konnte. Die mich früher immer zum weinen gebracht hat. Ich habe versucht, mich hineinzusteigern, ganz bewusst, damit endlich die erleichterden Tränen kommen. Aber nein. Nur die Taubheit und innere Leere blieb. So verbrachte ich den Abend damit, schlimme Musik zu hören und am Tablet zu zocken. Betäubung statt Theater.

Wenigstens war Schatz sehr verständnisvoll und einfühlsam diesmal. Ich glaube, er lernt wirklich dazu. Er hat mir keine Vorwürfe gemacht, als er mich da so fand, im Dunkeln sitzend, schweigend, mit versteinertem Gesicht, in meiner Wolke aus Depression, die ihm sicher schon von der Tür entgegenschlagen musste. Im Gegenteil, er hat die Situation einfach so genommen, wie sie war. Er ließ mich weiter meine Musik hören, schenkte mir ein bisschen Liebe und ließ mich in Ruhe. Genau die richtige Dosis, die ich brauchte. Es hätte eh nichts geändert, egal, was er versucht hätte, und er ließ mich einfach sein. Ohne Vorwurf oder blöde Fragen, ohne, dass ich ein schlechtes Gewissen zu haben brauchte. Wow.

Gestern war die Situation dann umgekehrt, und ich muss zu meiner Schande zugeben, dass ich lange nicht so gut damit klar komme wie er. Er kam nach Hause, seine Sorgenfalte im Gesicht, und wollte nicht reden. Er meinte, er hätte in der Arbeit etwas erfahren. Ich wollte wissen, was, aber er wollte offensichtlich nicht darüber sprechen. Saß nur da, mit seiner Falte, und war grummelig. Keinen meiner Vorschläge nahm er an, als ich ihn kuscheln wollte, stieß er mich weg.

Es fällt mir unheimlich schwer, ihn so zu sehen, und komme einfach nicht damit zurecht, dass er seine Gedanken dann nicht mit mir teilen will. Dass er mir nicht erzählen will, was los ist. Ich musste mir wirklich auf die Lippen beißen um ihn nicht die ganze Zeit zu löchern. Und gleichzeitig sog ich seine düstere Stimmung auf wie ein Schwamm und versuchte krampfhaft, sie nicht auf mich übergreifen zu lassen. Ihn auch so zu akzeptieren, wie er gerade ist und sein möchte. Es ging dann schon, ich gab mir Mühe, ihn in Ruhe zu lassen und nicht zu versuchen, weiter in ihn zu dringen. Aber es wurmt mich immernoch…

Und es nervt mich, dass ich nicht weinen kann. Warum ist das denn nur so?

Ärger in der Arbeit, tolle Post (Werbung), Strickfrust und Zahnschmerzen

Liebster Blog,

da bin ich wieder. Die letzten Tage ging es irgendwie zeitlich nicht raus mit schreiben, und gestern war sowieso wieder so ein verschwendeter, überflüssiger Tag, aber dazu später…

Was war also so los? Freitag habe ich mich in der Arbeit maßlos geärgert. Ich war ja Donnerstag freiwillig da, weil die eine Kollegin krank war. Freitag hieß es dann, dass ich bis 08:30 Uhr alleine sein werde, dann käme eines der höheren Tiere von der Geschäftsleitung zu meiner Unterstützung. So weit, so gut. Ich wusste ja, was zu tun war – Bestellungen auspacken und auszeichnen. Die Kasse wurde mir Donnerstag weitestgehend gezeigt und Sträuße etc. einpacken kann ich auch. Also wurschtelte ich so vor mich hin, und fand es wirklich sehr angenehm, alles in meiner Ordnung und Geschwindigkeit erledigen zu können. Eine Bestellung für zwei Sträuße, die bis 13:00 Uhr fertig sein sollten, nahm ich telefonisch auf.

Um halb 9 kam dann eine Kundin, die gerne einen gebundenen Strauß wollte. Da Frau Oberwichtig sich aber noch nicht hatte blicken lassen, musste ich sie auf 9 Uhr vertrösten, in der Hoffnung, sie würde schon noch auftauchen.

Um 9:15 Uhr war sie immernoch nicht da, langsam wurde ich unruhig. Ich bat die Poststelle, sie ausrufen zu lassen, mit dem Ergebnis, dass sie offensichtlich noch nicht im Geschäft war.

Um 9.30 Uhr kam die Kundin zurück, und es war mir sehr unangenehm dass die Kollegin noch nicht da war, fragte sie aber trotzdem, was für ein Strauß ihr denn genau vorschwebe. Im Endeffekt wollte sie nur 3 Rosen mit etwas Grün, das bekam ich auch hin, hatte ich schon öfter gemacht. Kundin also glücklich und sogar recht verständnisvoll.

Als Frau Oberwichtig dann um 9:45 Uhr immernoch nicht aufgetaucht war, blieb mir nichts anderes übrig als die Chefin aus dem Bett zu klingeln. Sie meinte, sie kümmert sich drum.

Um 10:15 Uhr dann der Rückruf von Frau Oberwichtig persönlich: Sie sei im Büro, sie habe ’nur noch schnell‘ eine Lieferung angenommen. Innerlich kochte ich da schon vor Wut.

Um 10:30 Uhr ließ sie sich dann doch tatsächlich mal persönlich blicken: um was genau es sich denn bei der Bestellung handle und ich solle Bescheid geben wenn ich Pause machen wolle. Ich sagte ihr, dass ich nur noch schnell meine aktuelle Aufgabe erledigen würde und dann gerne Pause machen möchte. (Dabei handelte es sich um das Andrahten von noch 4 Gerbera) „Ok“, war die Antwort, und schon war sie wieder verschwunden. Ca. 5 Minuten später rief ich sie im Büro an, ich wäre jetzt bereit für die Pause. „Ja, ist in Ordnung“. Nachdem ich weitere 15 Minuten darauf gewartet hatte, dass sie kam um mich abzulösen hatte ich entgültig die Schnauze voll und ging wutentbrannt in die Pause. Und was seh ich da im Gemeinschaftsraum? Sie sitzt entspannt mit den anderen Oberchefs zusammen und quatscht -.- Naja, soll mir egal sein, dachte ich. Machte meine Pause und verschwand wieder nach unten. Gottseidank war es relativ ruhig, ich musste nur kassieren, ein paar Sträuße verpacken und fand sogar noch die Zeit, endlich diese verdreckten Regale auszuputzen – was ich mir schon seit ich im Oktober angefangen hatte zu arbeiten, vorgenommen hatte.

Um 12:30 Uhr kam Frau Oberwichtig dann daher, und fragte wieviel Uhr es sei wegen der Bestellung. „Oh, da bin ich ja schon ein bisschen spät dran“, sagte sie auf meine verkniffene Antwort. Trotzdem ließ sie es sich nicht nehmen, noch bis 12:45 Uhr mit den anderen Oberchefs zu quatschen. Hektisch kam sie dann an, ich musste noch 2x Mal ins Lager laufen um frische Blumen zu holen und dann kam auch noch ein Kunde, der einen Strauß wollte. Sie mühte sich ab und das in Schneckengeschwindigkeit.

Um 13:05 Uhr verabschiedete ich mich dann in den Feierabend und überließ sie ihrem Schicksal. Ich hoffe, sie bekam noch Ärger mit der Kundin weil die Sträuße nicht fertig waren! Und in der Geschwindigkeit und mit der ‚Professionalität‘ in der sie arbeitete, hätte ich das mindestens genauso hingekriegt. Danke für NICHTS! Ich war noch 2 Stunden danach stinksauer. Einen anderen so hängen lassen, das geht gar nicht. Und vor allem, dass sie es nicht für nötig hielt, mal anständig mit mir zu sprechen. Frechheit, sowas.

Aber zu etwas Schönem: Am Donnerstag und Samstag bekam ich tolle Post, über die ich mich riesig gefreut habe! Einmal endlich mein Nagellackadventskalender (Achtung, Werbung!):

Und am Samstag dann der tolle Kalender von Julias Lebenswelt 🙂 Danke nochmal dafür!

Außerdem widmete ich mich endlich zusammen mit Schatz meinem Papierkram. Auch suchte ich verzweifelt nach den Videos meines Australienurlaubs 2012. Das war eine ganz schöne Aktion, weil ich dafür erst meinen alten Computer vom Speicher holen und zum Laufen bringen musste. Leider alles für die Katz :(( Irgendwie sind diese Videos spurlos verschwunden, was mich wirklich sehr traurig macht.. Die Bilder sind immerhin noch da, aber die bestimmt 12 Stunden Bildmaterial sind einfach weg. Und ich habe wirklich keine Lust, nur deswegen den blöden Ex zu kontaktieren. Zumindest noch nicht.

Sonntag war dann relativ ereignislos, außer, dass ich mich ein wenig mit den Adventskalenderstrickmustern rumgeärgert habe. Die gute Frau vom Buffet hat es echt nicht drauf, anständige Anleitungen zu liefern. -.- Im Endeffekt habe ich mich dann in meiner Verzweiflung aus meinem Strickmusterbuch bedient, um die 2 Quadrate zumindest ähnlich hinzukriegen. Weiß ja niemand, das passt schon 😀 Der Stapel ist jetzt schon wieder ordentlich gewachsen :

Adventskalenderquadrate

Gestern war dann wie gesagt wieder ein total verschwendeter Tag. Irgendwie habe ich es geschafft, meinen Wecker auszustellen und doch tatsächlich bis 11:30 Uhr zu schlafen! Ich hasse es, wenn das passiert. Denn ich bin am Sonntag doch schon um 22:00 Uhr schlafen gegangen, viiiiel zu lange geschlafen! Ich fühl mich dann immer total taub, schwindlig und verwirrt. Das Wetter trägt natürlich sein Übriges dazu bei, denn richtig hell wird es ja den ganzen Tag nicht… Habe dann immerhin ein bisschen was im Haushalt getan und den restlichen Tag – von dem ja leider nicht viel übrig war, denn um 16:00 Uhr wird es ja schon wieder dunkel – mit Stricken und Hörbuch verbracht. Einfach nur nervig.

Heute bin ich dann brav mit dem Wecker um 8:30 Uhr aufgestanden und konnte mich sogar dazu durchringen, einige dringende Telefonate zu erledigen. Unter Anderem habe ich einen Zahnarzttermin vereinbart, weil mir seit ein paar Tagen mein hinterster Backenzahn wehtut. Das heißt natürlich schon wieder Panik, aber lieber zu früh als zu spät zum Arzt. Donnerstag ist nun der Termin, ich habe jetzt schon Angst… <.<

Später habe ich dann noch Fahrschule, mal sehen, wie es diesmal läuft. Bin aber eigentlich ganz positiv gestimmt, nachdem es letztes Mal ganz gut geklappt hat. Ansonsten steht noch Wohnzimmer staubsaugen und Kochen an. Morgen gehts dann wieder in die Arbeit, hoffentlich diesmal wieder mit richtigen Kollegen.

Bis Bald und alles Liebe,

shadow

Nervige Busfahrer, Nicht-Schwangerschaft, Strickblockade und andere Problemchen

Liebster Blog,

gestern hatte ich den totalen Durchhänger… Eigentlich wollte ich unbedingt schreiben, hatte den Eintrag schon im Kopf, war dann aber so gestresst dass ich es doch nicht mehr geschafft habe. 

Das hatte mehrere Gründe:

Zum einen habe ich gestern meine Tage bekommen. Insgeheim habe ich so sehr gehofft, schwanger zu sein. Scheinbar sogar mehr als es mir bis dahin klar war. Entsprechend groß war leider die Enttäuschung.

Arbeiten war eigentlich okay, nur dass eine Kollegin krank ist und die Chefin mich fragte, ob ich nicht heute auch kommen kann statt nur Freitag. In meinen Gedanken versunken sagte ich natürlich sofort ja. Aber als ich dann zu Hause war, war ich mir schon nicht mehr sicher ob diese Entscheidung richtig war und machte mich den ganzen Tag selbst wahnsinnig deswegen. Eine spontane Entscheidung, OH MEIN GOTT!! >.> Und außerdem war ja auch noch nachmittags Fahrschule angedacht…

Auf dem Heimweg von der Arbeit blaffte mich dann noch der blöde Busfahrer an, als ich ihn höflich darum bat doch die Tür vorne für mich zu öffnen als ich aussteigen wollte. „Nein, das kann ich nicht, Austieg nur hinten, steht doch überall!“ Als wenn es ihn umgebracht hätte, ein Knöpfchen mehr zu drücken. Zumal nicht mal viel los war… Hauptsache, harmlose Leute schikanieren..

Endlich zu Hause versuchte ich dann ein bisschen runter zu kommen, obwohl mich Küche und Katzenklo anschrien dass sie doch bitte dringendst gesäubert werden möchten, und das am besten sofort! Ich stellte aber auf stur und (versuchte) mir einzureden, dass ich an einem solchen Tag meine Pause verdient hätte, verschmutzte die Küche noch ein wenig mehr (damit es sich nachher auch lohnt), und kuschelte mich mit Stricksachen vor den Fernseher.

Aber auch damit wurde ich nicht wirklich glücklich, weil mein Hirn so gar nicht funktionieren wollte und ich partout dieses blöde Adventskalendermuster nicht hinbekam. Nach 3maligem Auftrennen und erneut starten (ich bin ja geduldig) war ich dann tatsächlich gerade dabei mich ein wenig zu entspannen, als mein Handy klingelte.

Der Fahrlehrer, er stehe jetzt vor meinem Haus. Ich war eigentlich sicher, dass wir unseren Termin erst für Donnerstag vereinbart hatten, aber okay, ich brauche ja die Übung.. Also schnell hochrennen, raus aus dem Jogginganzug, rein in die Straßenklamotten und ab gehts! Erstaunlicherweise war das meinem Empfinden nach die beste Fahrstunde die ich jemals hatte. Ich fühlte mich recht sicher in dem was ich tat, bis auf ein paar kleinere Patzer mit den vermaledeiten Gängen und die üblichen Rechts-Links-Aussetzer. Aber alles in allem lief es es gut fand ich. Er ist ja nie zufrieden, aber ich war danach tatsächlich ein wenig stolz auf mich. Vielleicht lag es ja daran, dass ich diesmal keine Zeit hatte, mich vor der Stunde schon verrückt zu machen wie ich es sonst immer tue. Oder langsam kommt doch ein Stück weit die Routine, von der immer alle sprechen. Wer weiß.

Als ich nach Hause kam, war es dann aber doch schon 17.30 Uhr, d.h. noch schnell irgendwas zu Essen für den hungrigen Mann herrichten – improvisierte Gnocci in Thymianbutter mit Cocktailtomaten.

Ja, und dann war der Tag für mich auch schon gelaufen, ich fühlte mich gehetzt, gestresst, enttäuscht, traurig und ärgerlich zugleich. Außerdem tat mir irgendwie alles weh von der Arbeit. Im Endeffekt bin ich dann um 19 Uhr ins Bett gegangen und hörte noch bis 21:30 Uhr Hörbuch, bis ich dann in einen – gottseidank – wenigstens traumlosen, tiefen Schlaf fiel.

Achja, das Stricken habe ich dann übrigens gelassen, weil es eh keinen Sinn gehabt hätte in meiner Verfassung. Werde versuchen, das heute Aufzuholen.

Apropos: Und heute?

Heute gehts mir wieder besser, gottseidank. Ich bin immernoch traurig dass ich nicht schwanger bin. Und heute früh schien es ganz so, als würde(n) sich die Stimmung(en) von gestern fortsetzen. Aber nein, es geht. Arbeiten hat sogar Spaß gemacht und war relativ entspannt – ich durfte die meiste Zeit kreativ sein und Gestecke anfertigen. Das hat mich sehr beruhigt, wie immer, wenn ich etwas Kreatives mache. Und ich durfte sogar etwas früher gehen als sonst. Morgen früh bin ich zwar für ein paar Stunden allein bevor ich Unterstützung bekomme, aber ich weiß, was ich zu tun habe und bin daher ganz positiv gestimmt. Überhaupt muss ich zugeben dass ich lieber allein und in meinem eigenen Rhytmus arbeite als mir ständig von jemandem dazwischenpfuschen zu lassen. Das war schon immer so.

Jedenfalls gibt mir der Stress gestern heute die Zeit, die liegengelassenen Dinge nachzuholen. Und das in meinem eigenen Tempo und ohne Stress. Und es hat auch gut getan, die Dankbarkeit für mein spontanes Einspringen von der Chefin zu spüren. Außerdem kriege ich heute Abend endlich meinen schon lange überfälligen Essie-Adventskalender (24 Türchen voller Nagellack, juhuu!!) auf den ich mich schon seit Wochen freue.

Also jetzt erstmal runterkommen, entspannt Küchenschlacht schauen, Stricken, Katzen beschmusen und später dann kochen – heute gibt es persisch: Selleriefleisch mit Safran und Reis – Küche und Katzenklo in Ordnung bringen. Und dabei das ekelhafte Sprühregenwetter ignorieren.

Alles Liebe und bis bald,

shadow

Sich die Auszeiten nehmen, die man braucht + Strickwahnsinn

Liebster Blog,

da bin ich wieder. Gerade geht es mir tatsächlich gut, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich mir die dringend benötigten Auszeiten gegeben habe. Ich bin ein bisschen stolz auf mich 🙂

Nachdem ich Samstag den Eintrag fertig hatte, kuschelte ich mich in meine Decke, machte mein Hörbuch an (falls es wen interessiert: Ich höre gerade den siebten Teil der Chronik der Unsterblichen von Hohlbein), und schloss die Augen. Tja, 2 Stunden später weckte mich der Anruf vom Verlobten, der sagte er sei gleich da und ich solle mich fertig machen. Ich bin doch tatsächlich sofort eingeschlafen! Eine Seltenheit, dass das so einfach geht. Aber offensichtlich habe ich es einfach gebraucht. Wir waren dann doch noch beim O2-Laden, was mir dann sogar ganz gut getan hat. Einfach ein bisschen raus und frische Luft schnappen. Vor dem Einkaufen haben wir uns natürlich wieder gedrückt, was zur Folge hat dass wir heute Abend gehen müssen. -.- 

Sonntag war dann tatsächlich mein Freund aus der Großstadt da. Es war schön, mal wieder mit ihm zu quatschen. Und am meisten hat es mich gefreut, dass mal jemand den Weg zu mir auf sich genommen hat. Seit ich hier wohne – was jetzt dann schon 1,5 Jahre sind – hat mich von all den Leuten aus der Großstadt gerade mal meine beste Freundin besucht. Meine beiden Schwestern mal ausgenommen. Und selbst die beste Freundin war nur ein einziges Mal da. Das macht einen schon irgendwie traurig, auch wenn ich es bereits vor meinem Umzug hierher geahnt habe. Aber was solls, so trennt sich nunmal die Spreu vom Weizen…

Das Einzige, das den Besuch ein wenig getrübt hat war die Aussage vom Verlobten, dass er den Freund „arrogant“ fand. Er hat sich den Tag über zuvorkommend verhalten, worüber ich sehr froh war, da ich Sorge hatte er würde wieder „grummeln“.

Leider hat er das bisher über all meine „Freunde“ – wohl eher „Bekannte“ – behauptet. Vielleicht liegt das daran, dass ich eigentlich immer mit Studenten  – die mittlerweile alle fertig sind mit dem Studium – Zeit verbracht habe. Er selbst ist zwar Maurermeister, aber das ist natürlich schon ein bisschen eine andere Dimension. Naja, schade. Ich habe mich dennoch gefreut.

Gestern beschloss ich schon morgens, dass ich den Tag ausschließlich mit Stricken und entspannen verbringen werde, und das habe ich auch durchgezogen. Im Gegensatz zu manch anderen Tagen, an denen diese Stimmung oft in depri umschlägt, hat es tatsächlich richtig gut getan. Ich war sehr fleißig:

Adventskalender Fortschritt

Meine Handgelenke und Schultern waren zwar ein wenig beleidigt, aber das wars wert. Heute gehts weiter, von den rosa Quadraten brauche ich noch 2 Stück, plus das heutige Türchen, dass ich noch nicht geöffnet habe. Hier nochmal die Anleitung: https://www.swr.de/buffet/unser-ard-buffet-adventskalender/-/id=98256/did=22939120/nid=98256/b9t2k9/index.html

Tja, und heute? Es ist wieder die Zeit des Monats. Kriege ich meine Tage oder bin ich doch schwanger?! Sonntag wollte ich einen Frühtest machen, der aber leider kaputt war und entsprechend nicht funktioniert hat. Also heißt es wieder warten und bangen. Das ist ja das fiese, dass PMS-Beschwerden und erste Schwangerschaftsanzeichen sich so sehr ähneln. Vor allem, da seit ich die Verhütung abgesetzt habe wieder alles extremer ist. Eigentlich sind ja spannende Brüste ein recht deutliches Anzeichen, aber ohne Hormone habe ich das auch so. Das einzige, was mir ein wenig komisch vorkam war, dass ich gestern morgens fror wie ein Schneider und zwei Stunden darauf eine extreme Hitzewallung hatte. Aber auch das muss nichts heißen. Es heißt mal wieder abwarten… Und nachdem mein Zyklus auch noch durcheinander ist, weiß ich nicht mal genau wie lange 😦 Aber ich denke, wenn ich bis Ende der Woche noch nicht blute kann ich einen zweiten Test machen.

Später muss ich dann noch versuchen einen Frauenarzttermin zu vereinbaren, bei der Tierärztin anrufen (Siri hat Asthma und fängt wieder an zu husten :() und einen Einkaufszettel schreiben. Bis dahin werde ich weiterstricken solange die Handgelenke es zulassen. Morgen dann wieder arbeiten.

Alles Liebe,

shadow

Unmotivation und Rumpelstilzchen

Liebster Blog,

heute fühle ich mich sehr erschöpft, sowohl körperlich als auch seelisch. Ich habe zu nichts Lust und würde mich am liebsten den ganzen Tag auf der Couch einrollen und nichts tun.

Einerseits merke ich, dass mich das „Von-der-Seele-Schreiben“ hier doch irgendwie mitnimmt. Andererseits tut es gut, Gedanken und Gefühle loswerden zu können. Außerdem sagt mir mein Körper glaube ich mittels PMS dass es wohl bald wieder losgeht. Schade, ich hatte gehofft, das mit dem Baby klappt schneller… Aber naja, man soll sich ja selbst so wenig Druck wie möglich machen.

Dann sind da noch die Träume, mein Unterbewusstsein hat glaub ich beschlossen, mich dafür zu bestrafen dass ich ewig runtergeschluckte Dinge nun ausspreche und lässt mich alles nochmal durchleben. Der Ex ist wieder da, und diesmal auf so versöhnliche und einschmeichelnde Art, dass es mir tatsächlich schwerfällt, ihm zu widerstehen.

Und zu guter Letzt noch mein sehr reales Rumpelstilzchen von Verlobten. Der hat momentan regelmäßig typisch Schützemäßige Ausraster, die mich echt fertig machen. Meistens ist es nicht mal auf mich bezogen, nein, er regt sich über Kleinigkeiten auf und seine Umwelt – sprich Katzis und ich – kriegen es dann sozusagen als Kollalteralschaden ab. -.- Gestern zum Bespiel wollte er kucken, wie er seinen Handyvertrag kündigen kann, konnte sich nicht gleich einloggen weil er das Passwort vergessen hat und fängt plötzlich an zu brüllen, was der Sch** denn soll und überhaupt. Dann springt er wie von der Tarantel gestochen auf, rennt und stampft nach oben, um dort weiter mit Sachen rumzupoltern und lauthals zu fluchen. Ich sage ihm, er soll sich mal wieder einkriegen, während die Katzen ihn mit ängstlich geweiteten Augen anstarren. Ich kriege nur eine patzige Antwort. Dann poltert er wieder runter und schmeißt sich auf die Couch.

Schließlich beschließe ich, der unangenehmen Situation zu entfliehen und gehe nach oben. Er schreit mir noch nach: „Geh doch, du regst mich eh nur auf!“ Ich schreie zurück: „Du mich auch und hör gefälligst auf, dich wie ein Irrer aufzuführen. So will ich mit dir NICHTS zu tun haben und außerdem machst du den Katzen Angst.“

In Wahrheit macht er nicht nur den Katzen Angst, sondern auch mir. Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich ein Problem mit jeglicher Form von Aggressionen habe. Ich kann das einfach nicht aushalten, ein ganz komisches Gefühl ist dann in mir. So ein Gefühl von Fluchtreflex, ja fast Panik, Angst, eine falsche Bewegung zu machen. Ich glaube, ich muss ihm das nochmal klar machen, dass ich auf so etwas einfach megaempfindlich reagiere. Wenn ich ihn später dann darauf anspreche – so schnell, wie der Wutanfall kam, so schnell ist er auch meistens wieder vorbei – sagt er immer, er hätte gar nicht geschrien und überhaupt war das doch nicht schlimm.

Das kann sogar sein, und wahrscheinlich ist seine eigene kaum vorhandene Selbstwahrnehmung und meine irrationale Art, darauf zu reagieren eine denkbar schlechte Kombination. Ich weiß, dass er mir NIE etwas Böses tun würde. Aber ich kann nicht dagegen an, schon ein leichtes Erheben der Stimme triggert mich extrem.

Wir hatte schoneinmal so eine scheinbar harmlose Situation, die im Nachhinein total eskaliert ist, und er hat sich danach entschuldigt, mir eine Rose mitgebracht, und versprochen, dass so etwas nie mehr passiert. Eigentlich haben wir uns nur ein wenig „gebalgt“, um uns gegenseitig zu ärgern. Ich habe ihn in die Seite gepiekt, und er wollte mein Gesicht abschlecken. Aber plötzlich hat er, ohne es zu merken, die Grenze zwischen Spaß und Ernst überschritten, indem er mich so festgehalten hat, dass ich mich nicht mehr wehren konnte. Er hat mich dann auch wieder losgelassen, aber ab da war für mich der Spaß vorbei. Er musste dann irgendwohin und ging, und ich ging in die Küche um zu kochen, als mich eine Panikattacke überfiel, ich musste schluchzen, bis ich keine Luft mehr bekam, und brauchte schließlich Rescue-Tropfen um mich wieder einigermaßen zu beruhigen.

Dem kamen wir gestern wieder sehr nah, weil er mich geschnipst hat, bis es wehtat und er wieder nicht aufgehört hat.

Das sind wahrscheinlich die Gründe für meine heutige Erschöpfung.. Außerdem läuft meine Nase ununterbrochen und mir ist ekelhaft kalt. Aber immerhin habe ich es geschafft mich zu ein bisschen was aufzuraffen, Adventsdeko ist im Haus verteilt, Katzenklo & und Spülmaschine gemacht. Das würde mir für heute mehr als reichen. Leider müssen wir eigentlich noch Einkaufen später und außerdem zum O2-Laden… Beides sind Dinge, die wir sonst erst wieder nächste Woche Samstag schaffen, aber ich mööööchte nicht.

Mir graut davor, das Haus heute zu verlassen. Ich möchte hier im Halbdunkel sitzen, Hörbuch hören und in Frieden den ersten Teil des Adventskalenders stricken. Na mal sehen, was er nachher wenn er heimkommt…

Morgen kriege ich Besuch von einem alten Freund aus der Großstadt. Eine Seltenheit dass mal jemand von denen tatsächlich den Weg hierher wagt. Aber ich freu mich drauf, auch wenn ich es wohl erst glauben werde wenn er wirklich da ist.

Bis Montag alles Liebe und einen schönen ersten Advent euch allen,

shadowme

Fahrschule, Seelenleid, neues Strickprojekt

Liebster Blog,

mein letzter Eintrag hat mich leider doch mehr mitgenommen als ich im Vorhinein ahnen konnte. Gestern war die Stimmung entsprechend getrübt. Gottseidank war immerhin die Arbeit als Ablenkung vorhanden. Aber vielleicht ist es ganz gut, diese Dinge endlich „auszusprechen“, statt sie immer wieder zu verdrängen. Ja, es tut vielleicht erstmal weh, aber ich denke, das ist eine Form davon, sie endlich zu verarbeiten. Meine ehemalige Therapeutin meinte immer, um ein Trauma abzubauen muss man den verdrängten Schmerz erst durchleben, bevor man ihn loslassen kann. So mache ich also einfach weiter. Immerhin habe ich ja meine kleinen pelzigen Seelentrösterchen.

Hier oben Siri, die sich eher selten dazu herablässt, von mir beschmust zu werden. Was die Freude, wenn sie es dann doch mal tut, natürlich nur umso größer macht 🙂 Außerdem sieht man, dass ich mir nach einer Woche des Mit-mir-Ringens doch endlich die Fingernägel in meiner Lieblingsnagellackfarbe lackiert habe. Selbstfürsorge und so <.< Sehr viel habe sonst gestern allerdings nicht geschafft – gut, immerhin konnte ich mich noch dazu durchringen, nach der Arbeit noch ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.

Und heute? Heute morgen hatte ich mal wieder eine Fahrstunde – bin ja gerade dabei, meinen Führerschein nachzuholen. Mein Fahrlehrer ist leider eher von der ungeduldig/cholerischen Sorte, was eigentlich genau das Falsche für mich ist. Einmal hat er mich schon angeschrien und fast zum Weinen gebracht. Angeschrien werden ist für mich überhaupt das Schlimmste. Ich komme generell mit jeglicher Form von „Gewalt“ überhaupt nicht klar. Ich weiß nicht, woran das liegt, und warum ich darauf so empfindlich reagiere. Diverse Therapeuten vermuten ein Kindheitstrauma, aber bis jetzt konnte ich mich noch nie an eine konkrete Situation erinnern, außer dass ich es schon immer gehasst habe – bzw dann immer ganz klein mit Hut wurde und mich zitternd vor Angst in mich selbst zurückzog. Das ist heute noch so. Aber zurück zum Führerschein: Die Theorieprüfung und alle Spezialstunden habe ich bereits in der Tasche, und nun wirds langsam ernst mit der Praxisprüfung. Heute war wieder eine ganz normale Übungsstunde mit Stadtfahrt. Ich fühle mich immernoch sehr unsicher und verwirrt, vor allem, wenn ich mehrere Dinge gleichzeitig machen muss. Oft höre ich die leise Stimme meiner Mutter im Hinterkopf, die mir einmal sagte, ich solle doch lieber gleichnur den Automatikführerschein machen, das mit dem Schalten schaffe ich eh nicht.

Klingt gemein, ich weiß, und anfangs war ich darüber auch wütend. Aber so langsam frage ich mich, ob sie nicht Recht hatte – vor allem weil mein Fahrlehrer mich auch immer wieder anranzt: „Wir haben noch immer kein Automatikauto!“. Und noch etwas sagte er mir heute, das mich im Nachhinein leicht zum Schmunzeln brachte. „Shadow, du fährst viel zu defensiv! Duck dich doch nicht immer gleich vor allen Anderen! Du musst aktiv werden, aktiv am Verkehrsgeschehen teilnehmen! Niemand tut dir etwas!“

Ja, tja. Was soll ich dazu sagen? Story of my life. 

Diese Worte beschreiben exakt meinen Charakter bzw mein Selbstbild. Immer vorsichtig, immer etwas schüchtern und unsicher. Immer auf der Hut vor dem nächsten Schlag. Sei es der, den einem das Leben immer wieder versetzt, wenn man gerade denkt, alles läuft gut, oder die verbalen Nackenschläge meiner Mitmenschen, die sich von der scheinbar selbstbewussten, harten Schale täuschen lassen.

Immerhin habe ich mir auch heute wieder etwas Gutes getan: Ich war mit meiner Schwiegermama in spé in der Stadt, um Wolle und endlich wieder Teelichter (die waren seit Sonntag aus, und ich brauche doch Kerzenlicht und Wärme in dieser Jahreszeit!) zu besorgen. Ich werde nämlich ab Samstag ein schönes neues Strickprojekt starten, nämlich den ARD-Buffet Adventskalender mitstricken. (Jaa, shadow hat mal wieder Oma-TV gekuckt xD) Hier der Link dazu: https://www.swr.de/buffet/kreativ/weihnachts-plaid/-/id=257204/did=22650576/nid=257204/2pm4ql/index.html

Dazu habe ich mir folgende Wolle besorgt:

Deckenwolle

Das wird dann mein Weihnachtsgeschenk für selbige Schwiegermama, deshalb war es auch ganz praktisch sie dabei zu haben zwecks Farbauswahl 😉 Sie hat auch nichts gemerkt, als ich sie um Rat fragte 🙂

Jo, so siehts gerade aus. Außerdem habe ich immerhin noch staubgesaut und jetzt werd ich mich wohl ans Kochen machen, denn der Magen knurrt schon. Heute gibts ganz langweilig Nudeln mit Schwammerl – entschuldigung, bayerisch 😀 – Pilzsoße. Irgendwie fühle ich mich auch „erkälterisch“ angeschlagen. Denke aber fast, dass das mal wieder meine Psyche ist, die da den Bakterien Tür und Tor geöffnet hat. Hoffen wir mal, dass es morgen wieder besser ist.

Bis dahin alles Liebe,

shadowme